Virtueller Schuss eines Staatsanwalts
Wiener Neustadt – Die angeklagten Tierschützer hatten am 2. Mai des Vorjahres allen Grund zum Feiern. Schließlich waren sie am Landesgericht Wiener Neustadt nach einem langwierigen Prozess vom Vorwurf der Beteiligung an einer kriminellen Organisation freigesprochen worden. Weniger begeistert war ganz offensichtlich ein Staatsanwalt, der von seinem Bürofenster aus mit gestrecktem Zeigefinger und nach oben gerichtetem Daumen eine Pistole nachahmte und auf die Feiernden „anlegte“. Seine Geste könnte ihm nun selbst Schwierigkeiten einbringen.
Womit der Staatsanwalt nicht rechnete: Unbeabsichtigt nahm ein Kameramann des ORF die Szene auf. Und als die Journalistin Nina Zoglauer das Material für eine „Am Schauplatz“-Dokumentation, die gestern ausgestrahlt wurde, noch einmal sichtete, fiel ihr die Szene auf.
Man habe erst vor Kurzem von dem Vorfall erfahren, erklärte Ilse-Maria Vrabl-Sanda von der Oberstaatsanwaltschaft Wien gestern, und habe die Bilder noch nicht vorliegen. Es werde aber eine umfassende Überprüfung des Falles geben. Sowohl strafrechtlich als auch dienstrechtlich und disziplinarisch müssen alle Konsequenzen in Betracht gezogen werden. Vor allem die Bedeutung der Geste werde Gegenstand der Ermittlungen sein. (APA)


