Troika besucht Griechenland - Samaras verteidigt Sparmaßnahmen
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Mehr als 12.000 Menschen haben am Samstag in Thessaloniki gegen die Sparmaßnahmen der Regierung und die Auflagen der Gläubiger-Troika protestiert. Landwirte zerschlugen Melonen vor den Hallen der Internationalen Handelsmesse.
Foto: APA (epa)/SOTIRIS BARBAROUSIS
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Athen, Thessaloniki - Die Troika der internationalen Gläubiger Griechenlands trifft am Sonntag zu Gesprächen mit dem Finanzminister des Schuldenstaates zusammen. Giannis Stournaras empfängt die von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und EU entsandte Delegation am Nachmittag in Athen.
Die Delegation war am Freitag eingetroffen, um bis Anfang Oktober zu prüfen, ob Griechenland tatsächlich die nächste Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro erhält. Am frühen Abend trifft Regierungschef Samaras mit den Koalitionsspitzen zusammen, um zusätzliche Sparmaßnahmen im Umfang von 11,5 Milliarden Euro vorzubereiten. Samaras hatte am Freitag zur raschen Auszahlung weiterer Hilfsgelder gedrängt.
Mehr als 12.000 Menschen hatten am Samstag in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki gegen die Sparmaßnahmen der Regierung und die Auflagen der Gläubiger-Troika protestiert. Der anfangs friedliche Protest wurde später überschattet von Ausschreitungen einer Gruppe Autonomer, berichteten Augenzeugen.
Etwa tausend gewaltbereite Demonstranten griffen bei der Universität im Stadtzentrum die Polizei an, die Tränengas einsetzte. Viele Demonstranten trugen Transparente mit der Losung: „Umsturz! Entweder die oder wir“. Sie warfen der konservativen Regierung unter Samaras vor, den „Befehlen der Geldgeber-Troika zu gehorchen und das Land und seine Menschen in die Katastrophe zu führen“. Unter den Demonstranten war auch Oppositionsführer Alexis Tsipras, Chef des Linksbündnisses SYRIZA.
Samaras verteidigte unterdessen die Sparvorhaben. Das Sparpaket enthalte schmerzhafte und „unfaire Kürzungen“, sagte Samaras bei einem Aufenthalt in Thessaloniki. Die Maßnahmen seien aber notwendig, um die Glaubwürdigkeit Griechenlands wiederherzustellen und weiterhin finanzielle Unterstützung durch die Gläubiger zu erhalten.
„Alle unfairen Kürzungen“ würden zurückgenommen, sobald die Wirtschaft wieder wachse, kündigte der Regierungschef an. Die griechische Regierung ist derzeit dabei, ein neues Sparpaket über 11,5 Mrd. Euro für die Jahre 2013 und 2014 zu schnüren, in dem Kürzungen der Sozialausgaben und der Bezüge von Staatsbediensteten und Rentnern vorgesehen sind. In Saloniki und der Hauptstadt Athen kam es am Samstag zu Protesten gegen die Kürzungen.
Samaras wird am Sonntag mit den Vorsitzenden seiner beiden Koalitionspartner zusammen kommen: Mit dem Sozialisten Evangelos Venizelos sowie Fotis Kouvelis von der Demokratischen Linken. Beide hatten deutliche Vorbehalte gegenüber Lohn- und Rentenkürzungen zum Ausdruck gebracht. (APA/dpa/sda)
aktualisiert: So, 09.09.2012 08:18


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