16.09.2012
Österreich

Ein Preis zu Ehren des Wassergottes

Für die einen ist es Luxus, für andere auf Knopfdruck selbstverständlich – aber für alle Menschen ist es lebenswichtig: Wasser. Um dessen Bedeutung in Erinnerung zu rufen, wird dieses Jahr wieder der Neptun-Wasserpreis vergeben.
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Neptun Wasserpreis

Von Judith Sam

Während manche Tiroler Wasser verprassen, könnten in anderen Ländern in absehbarer Zeit Kriege um das kostbare Gut geführt werden. In Australien etwa verdorren ganze Landstriche, manchen Südseeinseln geht das Trinkwasser aus und nur knapp ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt in Haushalten, die an Wasser- und Abwasserleitungen angeschlossen sind.

Um die Bedeutung der kostbaren Ressource Wasser für Leben, Umwelt, Wirtschaft, Kunst und Gesellschaft zu verdeutlichen, wurde 1998 unter anderem vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft der österreichische Neptun-Wasserpreis initiiert – benannt nach dem griechischen Gott für Gewässer, springende Quellen und des Wetters.

Bis 15. Oktober kann jeder ein Projekt einreichen, um den mit 3000 Euro dotierten Neptun-Hauptpreis zu gewinnen. Bisher wurden vor allem Fotos, Zeichnungen und lyrische Werke abgegeben. Die Inhalte befassen sich meist mit Bewusstseinsbildung in Sachen Wasserschutz- und Ökologie.

Tirol ist im Bezug auf Wasserqualität und Menge noch eine Insel der Seligen. Doch Stefan Wildt, stellvertretender Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft in Tirol, warnt davor, zu verschwenderisch damit umzugehen: „Durch das Schmelzen der Gletscher und durch andere Umwelteinflüsse sind auch Tirols Wasservorräte nicht unendlich.“

Der Wasserverbrauch eines Tirolers liegt bei 130 Litern pro Person und Tag. Damit liegen wir im Durchschnitt: Ein Franzose verbraucht täglich 112 Liter, ein Italiener: 213 Liter. Zum Vergleich: Ein Inder muss mit lediglich 25 Litern Trinkwasser am Tag auskommen.

Doch so lebenswichtig Wasser ist, es ist nicht immer ein Segen: „Die Höhe der Elementarschäden bei Privaten in Tirol, etwa ausgelöst durch Wasser oder Muren, liegt in ‚normalen‘ Jahren bei maximal fünf Millionen Euro Schadenssumme“, weiß Wildt. Im Hochwasserjahr 2005 betrug die Schadenssumme hingegen sogar 220 Millionen Euro. Das kostbare Nass kann also Leben und Tod bedeuten, was sich auch in den bereits eingesandten Bildern zeigt.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 16.09.2012
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