13.09.2012
Innsbruck

Marokko-Plakat: Penz angeklagt

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Der Innsbrucker Hotelier August Penz hatte sich im Frühjahr seinen Einstieg in die Politik auch anders vorgestellt. Mit vier Mandaten wollte der FPÖ-Spitzenkandidat in den Stadtsenat einziehen und die Geschicke Innsbrucks mitgestalten.

Der besonders geschmacklose FP-Wahlkampfslogan „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“ warf Penz jedoch sofort aus der Bahn. Zog die Parole doch diplomatische Verwicklungen und Medienberichte über die Grenzen hinweg nach sich, aber auch nur drei Mandate. Nach der Wählerschelte folgte nun gestern auch noch eine Anklage der Innsbrucker Staatsanwaltschaft wegen Verhetzung. Demnach soll Penz laut Staatsanwältin Karin Schiffmann als politischer Spitzenkandidat mit über 230 Plakatständern „Marokkaner in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft und verächtlich gemacht haben“. Zwei Jahre Haft drohen Penz dafür.

Dieser versteht gegenüber der TT die Anklage nicht. Habe er „diese unmöglichen Plakate doch sofort auf eigene Kosten entfernen lassen“ und sich „sofort sogar beim marokkanischen Königshaus entschuldigt“. Penz-Anwalt Hermann Holzmann strebt deshalb eine Diversion an.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 13.09.2012
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