14.09.2012
Tirol

Penz tritt nach Angriff auf Justiz aus FP aus: „Die haben nichts kapiert.“

Innsbruck Nach der Verhetzungsanklage gegen August Penz wegen der „Marokkaner-Diebe“-Plakate im Innsbrucker Wahlkampf – die TT berichtete exklusiv – erhält der Innsbrucker Hotelier und ehemalige FP-Spitzenkandidat massive Schützenhilfe, über die er sich aber gar nicht freut. So empörte sich gestern FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache: „Jetzt schlägt es dreizehn!“ Penz habe­ lediglich berechtigte Kritik geübt, betonte Strache. Diese Kritik einer Oppositionspartei führe nun aus „politischer Motivation heraus“ zu einer Anklage.

Ins selbe Horn bläst FP-Landesparteiobmann Gerald Hauser. Der Slogan des Wahlplakates habe „in keiner Weise die Menschenwürde der Marokkaner allgemein“ gemeint, sondern sei nur auf die „Nordafrikanerszene“ bezogen gewesen. Hier werde versucht, kritische Stimmen mundtot zu machen. Selbst Polit-Mitbewerber Rudi Federspiel schüttelt den Kopf: „Hier wird wahrlich mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Die Staatsanwaltschaft soll gescheiter zusehen, dass die ausufernde Drogen- und Gewaltszene in Innsbruck endlich in den Griff zu bekommen ist.“

Penz selbst will mit den Unterstützungserklärungen nichts zu tun haben und zog nach den Angriffen auf die Justiz seine persönlichen Konsequenzen. „Mir gefällt der Stil in der FPÖ nicht mehr, die haben nichts kapiert“, sagte er gegenüber der TT. Das Plakat, das nicht von ihm stamme, sei ein großer Fehler gewesen, „die Aussagen von Hauser und Strache sind dumm“. Die Justiz habe sich ihm gegenüber bisher immer fair verhalten, „ich habe sogar Verständnis für ihre Vorgangsweise, wenngleich ich gehofft habe, dass es nicht zu einer Anklage kommt“.

Penz will mit einer außergerichtlichen Diversion die Sache erledigen. Das Kapitel FPÖ hat er bereits geschlossen. „Die Entwicklungen in den vergangenen Monaten haben mir nicht gepasst. Kärnten, die Causa Graf oder die Cartoons auf Straches Facebook kann ich nicht mittragen.“ Die für ihn unverständlichen Solidaritätsbekundungen hätten dann Donnerstagnachmittag das Fass zum Überlaufen gebracht. (fell, pn)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 14.09.2012
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