16.09.2012
Österreich

Die Angst der Parteien vor der anderen Meinung

Wien – Die SPÖ schickt Hannes Androsch vor. Der Industrielle steht an der Spitze des Personenkomitees „Unser Heer“, das bis zur Volksbefragung am 20. Jänner Stimmung für ein Berufsheer machen soll. Prominentester Neuzugang ist Wolfgang Ambros, dessen Hit „Tagwache“ Generationen von Rekruten half, Frust über das Militär abzubauen.

Auf ein Personenkomitee setzt auch die ÖVP. Karl Schranz werde eines der prominenten Mitglieder sein, ist zu hören. Die Schwarzen werden auf die Verknüpfung von Wehrpflicht und Zivildienst setzen – fällt das eine, fällt auch das andere. „Einsatz für Österreich“, lautet das Motto, mit dem man bei der ÖVP für die Beibehaltung der Wehrpflicht mobilmachen will.

Aber warum Personenkomitee statt klassischer Parteikampagne? Die Strategen sowohl bei SPÖ als auch bei ÖVP wissen, dass in beiden Parteien die Befürworter und Gegner der Wehrpflicht stark vertreten sind, ganz unabhängig von der jeweiligen Position der Partei. Scheinbar überparteiliche Werbung soll da verhindern, dass eigene Anhänger sich abwenden – und sie soll dafür sorgen, dass vielleicht der eine oder andere Parteigänger des Gegners sich mehr am Inhalt als der Parteilinie orientiert. (sabl)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 16.09.2012
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