Forscher entdeckten Diamant-Planeten
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55 Cancri e und seine Sonne in einer Animation.
Foto: REUTERS
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Paris/Washington - Ein Forscherteam hat einen Diamant-Planeten entdeckt, der etwa doppelt so groß wie die Erde ist. Der Planet „55 Cancri e“ bestehe vornehmlich aus Kohlenstoff sowie aus Eisen, Silikon, Siliziumkarbid und möglicherweise ein paar Silikaten, teilten die Wissenschafter aus Frankreich und den USA am Donnerstag mit. Es ist zwar nicht der erste Diamant-Planet, der entdeckt wurde, aber der erste, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist und dessen chemische Zusammensetzung genauer bestimmt werden konnte.
Der Planet wurde den Angaben zufolge schon vergangenes Jahr beobachtet, zunächst aber nicht als Diamant-Planet erkannt. Astronomen waren erst einmal davon ausgegangen, dass seine chemische Zusammensetzung derjenigen der Erde ähnele. Nun haben die Forscher aber ermittelt, dass ein Drittel des großen Planeten aus Diamanten, einer verdichteten Form von Kohlenstoff, besteht.
„Die Oberfläche dieses Planeten ist wahrscheinlich mit Graphit und Diamant bedeckt, eher als Wasser und Granit“, erklärte Nikku Madhusudhan, Wissenschafter an der US-Eliteuniversität Yale. Wasser komme auf „55 Cancri e“ wahrscheinlich gar nicht vor. Laut Madhusudhan kann nach diesen Entdeckungen nicht länger davon ausgegangen werden, dass felsige Planeten hinsichtlich ihrer chemischen Bestandteile und ihrer Atmosphäre der Erde ähnelten.
Das Forscherteam hatte den Radius des Planeten anhand von Daten geschätzt, die gesammelt worden waren, als er vor einem Stern vorbeizog. Zusammen mit einer Schätzung der Masse des Planeten erstellten die Wissenschafter ein Modell seiner Zusammensetzung. „55 Cancri e“ ist in seiner Umlaufbahn sehr schnell unterwegs: Für die Umrundung des Sterns braucht er nur 18 Stunden. Weil er so nah an dem Stern ist, herrscht auf dem Diamant-Planeten den Forschern zufolge große Hitze von durchschnittlich 2.148 Grad Celsius. Leben ist damit auf „55 Cancri e“ absolut unmöglich.
Der Planet, der nur 40 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, bietet der Forschung die Möglichkeit, geochemische und geophysikalische Prozesse auf Planeten mit einer der Erde vergleichbaren Größe außerhalb unseres Sonnensystems zu erforschen. Die Untersuchung des Planeten soll in der US-Zeitschrift „Astrophysical Journal Letters“ veröffentlicht werden. (APA/AFP)


