Zittern um Griechen und Spanier
Athen, Madrid – Die Sorgenkinder der Euro-Schuldenkrise kommen nicht auf die Beine: Während Griechenland nach dem vorläufigen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weitere Finanzhilfen in Höhe von bis zu 30 Mrd. Euro brauchen wird, nimmt in Spanien die Armut weiter zu. Zudem bescherten hohe Rückstellungen wegen fauler Kredite der verstaatlichten spanischen Bankia in den ersten neun Monate des Jahres einen Verlust von 7,05 Milliarden Euro.
Im Falle Griechenlands will die Eurogruppe in einer Notkonferenz am Mittwoch über die Zukunft des krisengebeutelten Staates beraten. Wie diese aussehen könnte, ist derzeit unklar. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble hält einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone noch nicht für gesichert. „Wir wollen, dass Griechenland in der Eurozone verbleiben kann, aber Griechenland muss eine Menge tun, das ist noch nicht entschieden“, sagte Schäuble laut einer Mitteilung vom Freitag in einem Interview für die ZDF-Sendung „Kampf um den Euro“, die am Dienstag ausgestrahlt werden soll. Es bestünden „Zweifel, dass Griechenland bisher seinen Verpflichtungen gerecht werden konnte“. „Diese Zweifel müssen für die Zukunft ausgeräumt werden“, sagte der Minister.
Während Spanien laut Ansicht der EU-Komission, des IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB) auf einem guten Weg bei der Reform seines Finanzsystems ist, rutscht die verstaatlichte Bankia tief in die roten Zahlen. Durch den Verlust von sieben Milliarden Euro sank die Kernkapitalquote auf 4,7 Prozent. Um Vermögensverluste abzudecken, hat die Bank fast 11,5 Milliarden Euro an Rückstellungen verbucht. Bankia hatte im April 23,5 Milliarden an staatlicher Hilfe beantragt und dürfte in Kürze die erste Tranche aus einem 100 Milliarden Euro schweren europäischen Fonds für spanische Banken bekommen. Der nationale Rettungsfonds für Banken pumpte im September 4,5 Milliarden Euro in das Institut.
Indes stieg die Zahl der arbeitslosen Iberer auf ein neues Rekordhoch von 25,02 Prozent. 5,78 Millionen Spanier, fast jeder vierte Erwerbsfähige, sind im krisengeschüttelten Mittelmeerland ohne Job. „Mittlerweile befindet sich jeder vierte Spanier an der Grenze zur Armut und der damit verbundenen sozialen Ausgrenzung. In 1,7 Millionen spanischen Haushalten sind sämtliche Familienmitglieder arbeitslos“, verdeutlichte vor wenigen Tagen José Manuel Ramirez, Generaldirektor der sozialen Dienste, die aktuelle Notlage vieler Spanier.
In Österreich ist die Lage zwar weit weniger kritisch, dennoch bleibt auch in der Alpenrepublik immer weniger Geld zum Sparen übrig. Wie das Nachrichtenmagazin profil in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, geben 52 Prozent der Österreicher an, dass ihnen monatlich weniger Geld zum Sparen übrig bleibt als im Vorjahr. 27 Prozent der Befragten sagen laut der vom Meinungsforschungsinstitut Karmasin durchgeführten Umfrage, sie konnten weder im Vorjahr noch heuer Geld beiseitelegen. Nur neun Prozent der Österreicher gaben an, ihnen bleibe 2012 mehr Geld übrig als im Vorjahr. (APA, AFP, Reuters, TT)


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