ÖSV und US-Team sind 11 Mio. Euro wert
Von Peter Nindler
Sölden – Mit dem Weltcup-Auftakt am Wochenende in Sölden startet der Tiroler Bergwinter offiziell in seine heurige Saison, die Bilder vom Rettenbachferner sollen Lust aufs Skifahren machen. Skisport und Bergwinter bilden einmal mehr eine Schicksalsgemeinschaft, denn die Skistars sind mittlerweile wichtige touristische Werbebotschafter. Gemeinsam will man der Krise trotzen und voneinander profitieren. Deshalb wagten Tourismusreferent LH Günther Platter, Tirol-Werbung-Chef Josef Margreiter, der Generalsekretär des Österreichischen Skiverbands Klaus Leistner sowie sein Kollege vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC), Peter Mennel, gestern in Sölden einen gemeinsamen Ausblick in die Wintersaison, nach Schladming zur Ski-WM 2013 bis zu den Olympischen Spielen 2014.
Tirol möchte an die 25,7 Mio. Nächtigungen (+3,5 Prozent) des vergangenen Winters anschließen. „Wir sind optimistisch, weil 75 % der Hoteliers mit der Buchungslage zufrieden sind, 16 % davon erwarten sich sogar Zuwächse“, betonte Platter. 250 Mio. Euro wurden heuer wieder in Qualitätsverbesserungen investiert.
Margreiter verhehlte nicht, dass die Krise spürbar ist. „Die Touristen kommen, aber sie sparen dann im Urlaub.“ Bergerlebnis mit Natur und Erholung sowie Skivergnügen mit Lifestyle und Spaß sind die zwei Kernbotschaften der Tirol Werbung, daneben will Margreiter die Wiedereinsteiger auf zwei Brettln ansprechen.
Wichtige Botschafter für Tirol sind die Skistars. Seit 20 Jahren ist der Österreichische Skiverband Kooperationspartner der Tirol Werbung, die Partnerschaft, die vom Tirol-Logo getragen wird, wurde um drei Jahre verlängert. Der Unmut im Skiverband, weil gerade das Ötztal mit Sölden seit dem Vorjahr eigene Wege geht, hat sich indessen gelegt. Die Ötztaler sind nämlich Partner des US-Skiteams und landeten damit einen Überraschungscoup. Margreiter, Leistner und Jakob Falkner von den Bergbahnen Sölden sprechen von sich ergänzenden Marketingschienen. Gegenüber der TT meinte der Geschäftsführer von Ötztal Tourismus Oliver Schwarz, „dass das US-Team perfekt unsere Positionierung von Sport und Unterhaltung transportiert. Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenz zur Tirol Werbung, letztlich sollten zwei und zwei fünf und nicht drei sein.“
Über Budgetzahlen wird eisern geschwiegen, doch Leistner als auch Tirol-Werber Josef Margreiter hoben den Werbewert der ÖSV-Stars hervor. Laut Tirol Werbung beträgt dieser in Österreich und in Deutschland das Zwölffache des eingesetzten Kapitals. In den vergangenen Wochen verhandelten Tirol Werbung und ÖSV intensiv über den neuen Dreijahresvertrag, letztlich dürfte man sich auf eine Erhöhung von 400.000 auf 700.000 Euro jährlich geeinigt haben. Diese Summe wollte die Tirol Werbung gegenüber der TT jedoch nicht bestätigen.
Der Werbewert von Hirscher und Co. für die Tirol Werbung beträgt demnach rund acht Mio. Euro, jener des US-Skiteams wird mit zwei bis drei Mio. Euro beziffert. Denn die Ötztaler gehen von einem Werbemultiplikater von zehn aus. Rund 250.000 Euro lassen sie sich ihr Engagement bei Lindsey Vonn und Bode Miller kosten. „Unsere Zielgruppe sind nicht primär die Urlauber aus den USA, sondern die Skitouristen im Allgemeinen. Die Marketingschine ist dafür das US-Team“, spricht Jakob Falkner von einer „guten Sache“.
In Schladming wird die Tirol Werbung wieder mit dem Tirol Berg vertreten sein, bei den Olympischen Spielen 2014 im russischen Sotschi soll die Tirol Werbung wieder exklusiver Premium-Partner des ÖOC sein. „Die Premiere in London war erfolgreich“, zog ÖOC-General Peter Mennel ein positives Resümee, bei den Winterspielen in Sotschi wird mit dem Austria House Tirol erneut ein rot-weiß-roter Olympia-Hotspot angestrebt.


