Schröcksnadel will Entschuldigung
Von Mario Zenhäusern
Innsbruck – Als ÖSV-Chef ist er gerade zum Auftakt des Skiweltcups überall gern gesehener Gast. In seiner Heimatstadt Innsbruck hingegen fühlt sich Prof. Peter Schröcksnadel zu wenig wertgeschätzt. Der mächtige Manager und Firmenchef betreibt bekanntlich das Skigebiet am Innsbrucker Hausberg Patscherkofel.
Im Vertrag mit der Stadt Innsbruck ist auch eine Betriebspflicht für die alte Pendelbahn enthalten – und die ist der Grund für die allseitige Verärgerung. Schröcksnadel hat der Stadt nämlich brieflich mitgeteilt, dass diese Betriebspflicht im Jahr 2016 ende und er nicht daran denke, das marode Werkl länger als notwendig am Laufen zu halten.
Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer hat darauf insofern reagiert, als sie Schröcksnadel darauf aufmerksam machte, dass die Stadt erst aktiv werden könne, wenn die Kündigung des Vertrags offiziell sei.
„Gar nichts werde ich tun. Ich brauche keine Kündigung“, reagiert Schröcksnadel barsch, „die Verpflichtung zum Betrieb der Pendelbahn endet 2016. Dann ist endgültig Schluss. Für alle anderen Liftanlagen am Patscherkofel gibt es keine Betriebspflicht.“
Der Unternehmer hat im Laufe der vergangenen 16 Jahre 29 Millionen Euro in Skigebiet und Pendelbahn investiert und insgesamt ein Defizit von sieben Millionen Euro angehäuft. „Aber mir geht es nicht ums Geld. Mir geht‘s um die Befindlichkeit. So lasse ich mich nicht behandeln“, schimpft er im Gespräch mit der TT. Er lasse sich „nicht hinstellen wie einen Abkassierer. Ich allein bin schuld, dass diese Bahn überhaupt noch existiert, und jetzt soll ich mich hauen lassen dafür? Ich soll investieren und mich gleichzeitig beschimpfen lassen? Ich bin doch kein Masochist!“
Schröcksnadel verlangt von der Bürgermeisterin eine öffentliche Klarstellung: „Sie soll sagen, dass sie die Lage falsch eingeschätzt hat, dass ich mehr für den Patscherkofel getan habe, als sie bisher angenommen hat.“ Erst dann sei er zu weiteren Gesprächen bereit.
Bis Herbst 2013 muss die Sache erledigt sein, stellt der Liftbetreiber ein Ultimatum. „Wenn nicht, beginne ich ab diesem Zeitpunkt mit der Demontage meiner Anlagen.“


