26.10.2012, 12:08 
International

Ruby-Prozess: George Clooney erschien nicht vor Gericht

Im Sex-Prozess gegen Silvio Berlusconi wollte die Verteidigung am Freitag Hollywoodstar George Clooney und seine Ex-Freundin Elisabetta Canalis befragen.
George Clooney, der eine Villa am Comer See besitzt, erklärte vor Kurzem, er sei bereit, vor Gericht auszusagen und zu beteuern, dass er niemals an Partys des Ex-Premiers teilgenommen habe.
Foto: EPA

Rom – Obwohl er als im Mailänder Sex-Prozess gegen Italiens ehemaligen Premier Silvio Berlusconi vorgeladen war, ist US-Filmstar George Clooney am Freitag nicht vor Gericht in Mailand erschienen. Die Verteidigung des Medienzaren wollte Clooney und seine Ex-Freundin Elisabetta Canalis befragen, keiner der beiden zeigte sich jedoch vor den Richtern. Berlusconis Rechtsanwälte haben weitere 14 Personen als Zeugen vorgeladen.

Die junge Marokkanerin Karima el-Marough alias Ruby Rubacuori („Herzensbrecherin“), mit der Berlusconi laut Anklage Sex hatte als diese noch minderjährig war, hatte behauptet, Clooney und Canalis bei einer Party in der Mailänder Residenz des Medienzaren gesehen zu haben. Clooney, der eine Villa am Comer See besitzt, erklärte vor Kurzem, er sei bereit, vor Gericht auszusagen und zu beteuern, dass er niemals an Partys des Ex-Premiers teilgenommen habe. Mit Clooneys Befragung wollten die Verteidiger Berlusconis die Unglaubwürdigkeit der jungen Marokkanerin hervorheben.

Der Prozess gegen Berlusconi läuft seit April 2011. Der Ex-Regierungschef war vor einer Woche vor Gericht erschienen und hatte eine sexuelle Beziehung zu Ruby bestritten. Laut Berlusconi ging bei seinen Partys alles mit rechten Dingen zu. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mailänder TV-König eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Auch Ruby bestritt in einem TV-Interview am Donnerstagabend, sexuelle Kontakte zu dem bis November 2011 amtierenden Premier gehabt zu haben.

Berlusconi wird Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er Ruby mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Er habe geglaubt, dass sie Mubaraks Nichte sei und dann diplomatische Probleme mit Ägypten vermeiden wollen, hatte er gesagt. Die junge Frau, die laut Anklagen an ausschweifenden Partys in Berlusconis Villa teilgenommen und von ihm Geld erhalten haben soll, war im Mai 2010 wegen Diebstahls festgenommen worden. Berlusconi bestritt vor Gericht, dass er Druck auf die Polizei für die Freilassung Rubys gemacht habe. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 26.10.2012  12:08
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