31.10.2012, 11:11  Aktualisiert: 31.10.2012, 14:33 
Konkurs eröffnet

69 Mitarbeiter von Hilber Solar zittern um ihre Arbeitsplätze

Schwerer Schlag für die Gemeinde Steinach am Brenner und die Mitarbeiter von Hilber Solar. Das Vorzeige-Unternehmen musste Konkurs anmelden.
Die Mitarbeiter von Hilber Solar können nur auf eine Rettung des Unternehmens hoffen.
Foto: hilbersolar
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Innsbruck – In Steinach am Brenner zittern die Mitarbeiter des Tiroler Photovoltaik-Unternehmens Hilber Solar um ihre Zukunft. Als Mitgrund gibt die Firma per Aussendung ausgerechnet die Stornierung eines Großauftrages durch die Tiroler Wasserkraft AG an.

„Eine Auftragsauslastung für Sommer und Herbst 2012 war insbesondere auch durch einen Großauftrag seitens der Tiroler Wasserkraft AG gegeben. Die geforderten Vorleistungen sowie eine Erfüllungsgarantie im sechsstelligen Bereich wurden vom Unternehmen erbracht. Seitens der Tiroler Wasserkraft AG wurde dieser Auftrag kurzfristig storniert, was einen erheblichen Ausfall bedeutete, insbesondere auch durch die im Hinblick auf zum Teil nicht mehr verwertbaren Vorleistungen“, hieß es dazu in einer Information von Hilber Solar.

13 Millionen-Euro-Pleite

Doch der Ausfall dieses Großauftrages kann alleine wohl nicht Hauptursache für die Insolvenz-Anmeldung sein. Immerhin geht es bei der Pleite laut KSV von 1870 um ein Minus von 12,9 Millionen Euro (mit heutigem Stand).

Hilber Solar liefert weitere Erklärungen: So kam es zu Änderungen der Rahmenbedingungen am Markt. Durch geänderte Einspeistarife für Solarstrom sowie einen „teilweisen Wegfall der staatlichen Förderungen“ für Photovoltaikanlagen in Deutschland, Italien und Spanien, die Hauptmärkte des Unternehmens mit Sitz in Tirol, sah sich Hilber Solar mit ungünstigeren Marktverhältnissen konfrontiert.

Darüber hinaus wurden die Folgen der anhaltenden Krise in Europa spürbar. Öffentliche Aufträge blieben aus.

Das Unternehmen konnte dieser Verkettung von ungünstigen Bedingungen nicht standhalten. „In Hinblick auf diesen Sachverhalt musste das Unternehmen am 31.10.2012 einen Insolvenzantrag stellen“, hieß es dazu von Seiten der Unternehmensführung.

Hoffen auf Fortführung

Betroffen sind insgesamt 69 Mitarbeiter. Ob eine Fortführung des Betriebes möglich ist, soll sich in den nächsten 14 Tagen herausstellen. Ein Sanierungsplan soll vorgelegt werden. Die Geschäftsleitung dazu: „Wir können heute belegen, dass die Investition in Sonnenstrom selbst in unseren Breitengraden ohne jegliche Förderung für den Endverbraucher bereits vom ersten Tag an dem billigst möglichen Strompreis entspricht. Diese Tatsache und nicht zuletzt die enorme globale Wichtigkeit der sauberen Energieform „Photovoltaik“ sind Grund genug einer Weiterführung in einer neuen Form offen gegenüberzustehen. (tt.com)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 31.10.2012  11:11
aktualisiert: Mi, 31.10.2012  14:33
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