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Sozialbericht

Obersten fünf Prozent gehört fast die Hälfte des Gesamtvermögens

Die Hälfte der heimischen Haushalte besitzt nur ein sehr geringes Nettovermögen von durchschnittlich 18.000 Euro. Auf der anderen Seite befinden sich die oberen fünf Prozent. Deren durchschnittliches Vermögen beträgt 2,57 Millionen Euro pro Haushalt.

Wien - Die Verteilung des Vermögens in Österreich ist sehr ungleich. Wie aus dem am Montag vorgestellten Sozialbericht 2011-2012 hervorgeht, besitzt die Hälfte der Haushalte nur ein sehr geringes Nettovermögen von durchschnittlich 18.000 Euro. Bei weiteren 30 Prozent beträgt das durchschnittliche Vermögen 178.000 Euro. Bei weiteren 15 Prozent der Haushalte liegt das durchschnittliche Vermögen bei 497.000 Euro. An der Spitze der Vermögensskala befinden sich 5 Prozent der Haushalte. Deren durchschnittliches Vermögen beträgt 2,57 Millionen Euro pro Haushalt. Erfasst wurde dabei das Sach- und Finanzvermögen der Haushalte minus der Verschuldung.

Das durchschnittliche Nettovermögen der vermögendsten 5 Prozent ist damit laut Sozialbericht 139 Mal höher als das der Hälfte aller Haushalte. Auf die Top-5 Prozent entfallen 45 Prozent und auf die untere Hälfte 4 Prozent des Gesamtvermögens. In der Top-5 Prozent-Gruppe besitzt die Hälfte nicht selbst genutzte Immobilien; 68 Prozent haben Unternehmensbeteiligungen; 30 Prozent haben ein Teil ihres Vermögens in Fonds angelegt und jeweils 12 bis 14 Prozent besitzen Aktien, Anleihen und anderes Finanzvermögen. Bei den unteren 50 Prozent besitzen nur 3 Prozent eine nicht selbst genutzte Immobilie, 2 Prozent sind an Unternehmen beteiligt und jeweils zwischen 1 und 3 Prozent haben einen Teil ihres Vermögens in Fonds, Aktien, Anleihen oder anderen Finanzvermögen angelegt.

Auch Lohneinkommen ungleich verteilt

Die Einkommen aus Löhnen steigen langsamer als jene von Unternehmen, aus Vermögen oder Mieten. Die Brutto-Lohnquote, der Anteil der Löhne am Volkseinkommen, ist von 75,7 Prozent im Jahr 1994 auf 67,3 Prozent im Jahr 2011 deutlich gesunken.

Auch innerhalb der Lohneinkommen steigen die Ungleichheiten. Innerhalb von 15 Jahren (1995-2010) hat sich der Anteil des untersten Einkommensfünftels am gesamten Bruttolohneinkommen von 2,9 auf 2,0 Prozent reduziert. Auch im zweituntersten Einkommensfünftel verringerte sich der Anteil von 10,9 auf 9,2 Prozent. Dem steht ein Anstieg des Anteils der beiden oberen Einkommensgruppen gegenüber. Das bestverdienende Einkommensfünftel konnte seinen Anteil von 44,4 auf 47,4 Prozent erhöhen. Das heißt, die 20 Prozent mit den höchsten Einkommen lukrieren fast die Hälfte des Gesamteinkommens, während die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen lediglich 2 Prozent der gesamten Einkommen verdienen.

Durch Aktivitäten des Staates (Steuern und Sozialtransfers) wird die Verteilung der Bruttoeinkommen allerdings beträchtlich korrigiert. Auf die 20 Prozent der Haushalte mit den niedrigsten Haushaltseinkommen entfallen 11 Prozent des gesamten verfügbaren Einkommens, auf das oberste Einkommensfünftel 35 Prozent. Damit ist trotz des Auseinanderdriftens der unteren und oberen personellen Erwerbseinkommen die Verteilung der verfügbaren Haushaltseinkommen in etwa konstant geblieben. (APA)