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Landespolitik

Penz zieht Vorwürfe gegen FPÖ-Obmann Hauser zurück

Der wegen Verhetzung angeklagte Ex-FP-Spitzenkandidat August Penz zieht seine Vorwürfe zurück, wonach FPÖ-Landesobmann Gerald Hauser letztendlich für die Freigabe der umstrittenen Plakate im Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf verantwortlich gewesen sein soll.

Innsbruck – In der Causa um den kommenden Verhetzungsprozess gegen Ex-FPÖ-Spitzenkandiaten und Hotelier August Penz gibt es eine neuerliche Wendung.

Nach dem TT-Bericht, wonach die Diversion zum Wahlkampfslogan „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“ abgelehnt wurde und Penz dafür der Prozess gemacht wird, hatte der Hotelier heute Vormittag via Radio FPÖ-Landesobmann Gerald Hauser bezichtigt, an der Gestaltung des gegenständlichen Wahlkampfplakates mitgewirkt und dafür letztendlich verantwortlich gewesen zu sein.

Dies nahm Penz heute um 17.30 Uhr über seinen Rechtsanwalt Hermann Holzmann mit Bedauern zurück. Er erkläre ausdrücklich, dass die heute erhobenen Anschuldigungen gegen Hauser auf einer „irrtümlichen Annahme“ beruht hätten und er deshalb die Vorwürfe zurückziehe. Schlussendlich habe Penz absolutes Vertrauen in die österreichische, insbesondere in die Tiroler Justiz und gehe deshalb davon aus, dass ein dem tatsächlichen Sachverhalt entsprechendes Urteil gefällt werde.

Slogan nicht aus seiner Feder

Penz hatte stets beteuert, dass der Slogan auf den Plakaten nicht aus seiner Feder, sondern aus der der Bundespartei stamme. Die Plakate, die er selbst geschmacklos finde, habe er nie zum Druck freigegeben. „Wahlkampfmanager in Tirol war und ist Landesparteiobmann Gerald Hauser. Er ist für den Wahlkampf verantwortlich gewesen“, sagte Penz am Dienstagvormittag gegenüber Radio Tirol. Diese Aussagen hat Penz gegen 17.30 Uhr revidiert.

„Penz sagt die Unwahrheit“

„Penz sagt die Unwahrheit“, regierte Hauser wenig später in einer Aussendung. Penz selbst habe das Plakat freigegeben, „im Unterschied zu mir, denn ich war zu keinem Zeitpunkt in die Konzeption des Plakats eingebunden“, verteidigte sich Hauser.

Den bevorstehenden Prozess sieht Hauser mehr als skeptisch, weil „wir nie eine ganze Volksgruppe gemeint haben oder verächtlich machen wollten und nur auf das Problem der kriminellen Nordafrikanerszene hingewiesen haben“, versuchte der FP-Chef einmal mehr, den umstrittenen Wahlslogan zu verteidigen.

Zwischen Penz und der FPÖ herrscht ein rauer Wind, seit der Hotelier im September das Kapitel FPÖ für beendet und seinen Parteiaustritt erklärt hatte. In der FPÖ zeigte man sich damals vom ehemaligen Bürgermeisterkandidaten „menschlich enttäuscht“ und bereute, Penz überhaupt aufgestellt zu haben. (TT)