29.11.2012
Österreich

„Nicht genügend“ für Spielzeugbranche

Mindestlöhne und massive Überstunden gehören in der Spielzeugproduktion nach wie vor zum Alltag, berichtet der VKI. Chinesische Arbeiter verdienen nur 0,8 % des Verkaufspreises der von ihnen hergestellten Ware.
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Spielzeug aus China

Wien – Zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts lässt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit einem Test zu den Arbeitsbedingungen bei Spielzeugproduzenten aufhorchen. Ergebnis: Seit dem letzten Ethiktest 2004 hat es lediglich geringfügige Verbesserungen hinsichtlich Kinderarbeit sowie bei Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit gegeben.

Die Mindestlöhne in China, wo inzwischen 86 % aller Spielsachen hergestellt werden, sind nach wie vor erschreckend gering: So bekommt ein Arbeiter für eine Puppe, die in Österreich um 15 Euro verkauft wird, lediglich einen Lohn von 12 Cent – das sind 0,8 % des Verkaufspreises. 80 % des Geldes gehen nach Abzug von Materialkosten und Zöllen in Transportkosten, Handelsspannen, Werbung und Gewinne der Aktionäre auf. „Extremer Preisdruck, kurze Lieferzeiten und Auftragsänderungen in letzter Minute sind mitverantwortlich dafür, dass die Lieferanten ihren Arbeitern keine höheren Löhne zahlen und die erlaubte Arbeitszeit massiv überschreiten“, schreibt der VKI in seiner Zeitung Konsument.

Die großen Spielzeugproduzenten reagierten laut den Konsumentenschützern zurückhaltend auf Anfragen zu den Produktionsabläufen. Nur bei Hasbro und Playmobil durften die Tester in Fabriken hinein, bei Playmobil allerdings nur in ein Werk in Malta. Bei den anderen Firmen von Mattel über Lego bis zu Walt Disney war der VKI auf öffentlich zugängliche Informationen angewiesen.

„Hinter der Fassade verbergen sich nach wie vor große Missstände“, resümiert der VKI. Dazu gehörten zu lange Arbeitszeiten und niedrigste Entlohnung. Es gebe Berichte, wonach in der Saison die meist weiblichen Arbeitskräfte 7 Tage pro Woche 12-Stunden-Schichten machen müssten. Die Überstundenzahlung liege mit 0,75 Cent weit unter dem gesetzlichen Limit.

Diese Missstände schlagen sich in der Bewertung der Konsumentenschützer nieder: Der VKI gibt Hasbro ein „B“ in Ethik, Playmobil noch ein „C“, die anderen 7 Firmen bekommen jeweils nur ein „E“. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 29.11.2012
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