Neue Buchungsplattform, Kritik an Tourismuswerbern
Von Alois Vahrner
Kitzbühel – Eurotours mit Zentrale in Kitzbühel wird heuer voraussichtlich 1,4 Millionen Gäste vermitteln, davon 800.000 als Vermarkter vor allem über Hofer, Aldi (in Deutschland und der Schweiz) oder Tchibo. Allein über Hofer werden 550.000 Urlaube gebucht, davon 300.000 in Österreich. „Jeder 15. Österreicher fährt damit über Hofer auf Urlaub“, sagt Eurotours-Chef Dieter Toth gegenüber der TT. Laut Kundenumfragen (wöchentlich kommen Tausende Formulare zurück) seien 97,4% mit Hofer-Reisen sehr zufrieden.
Der Eurotours-Umsatz dürfte heuer um 4 % auf 240 Mio. Euro zulegen, sagt Toth. Österreichs größter Incomer und Direkt-Reiseveranstalter hat mittlerweile bereits auf über 300 Arbeitsplätze aufgestockt, davon allein 250 in Kitzbühel.
Toth kündigt eine weitere Offensive an. Um das deutsche Geschäft weiter anzukurbeln („die deutschen Kunden wollen einen dort ansässigen Veranstalter“), wird im nächsten Jahr in München mit Eurotours Deutschland starten. Solche eigene Gesellschaften hat Eurotours auch bereits in Italien, Polen und Slowenien.
Noch mehr aufhorchen lässt Toth mit der Ankündigung, voraussichtlich ab Frühjahr 2013 eine eigene Buchungsplattform vom Stapel zu lassen. „Diese Plattform wird kein Abklatsch, sondern völlig anders als die bisherigen. So etwas gibt es noch nirgends, es wird um aufbereitete neue Themen und auch Ästhetik gehen“, lässt sich Toth über die Details noch nicht ganz in die Karten blicken. Es gebe derzeit keine namhafte Plattform in Österreich mehr. „Diese Möglichkeit des Internet haben die Österreicher verschlafen und sind jetzt ferngesteuert aus den USA und von ausländischen Investmentgesellschaften.“ Toth will mit der Plattform auch Deutschland, Polen, Holland, Russland und ab 2014 eventuell auch China bearbeiten.
Eine heftige Schelte verpasst Toth sowohl der Österreich als auch der Tirol Werbung. Diese würden über Zuwächse von 2 % jubeln, dabei sei das ein Alarmsignal. „Der Welttourismus wächst aber um 5 bis 6 Prozent. Faktum ist leider, dass Österreich so ständig weiter Marktanteile verliert.“
Österreich habe eine hervorragende Lage im Herzen Europas und ein super Produkt, aber einen schlechten Vertrieb. Die Tourismuswerber würden zwar weiterhin werben, aber keine buchbaren Produkte offerieren. „Ganz so, als ob es noch kein Internet und keinen Verdrängungswettbewerb gäbe“, wettert Toth. Österreich und Tirol Werbung seien leider nicht wirtschafts-, sondern polit- und funktionärsgesteuert.


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