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Kongolesische Truppen bereiten sich auf Krieg gegen Rebellen vor

Es herrscht derzeit Unklarheit über Abzug der Rebellen. Die humanitäre Lage ist katastrophal.

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Kinshasa – Die Lage im Osten des Kongo spitzt sich zu. Tausende Regierungssoldaten versammelten sich Augenzeugen zufolge am Donnerstag in der Stadt Minova etwa 50 Kilometer südwestlich der von Rebellen besetzten Provinzhauptstadt Goma. „Es ist genug. Ich habe darum gebeten, dass wir uns auf einen Krieg vorbereiten dürfen“, sagte der Chef der Regierungstruppen FARDC, General Francois Olenga, der Nachrichtenagentur dpa. „Es kann nicht immer weiter verhandelt werden. Es wird jetzt einen Krieg geben, der endlich zum Frieden im Kongo führt.“

Indessen herrschte weiter Unklarheit über den geforderten Abzug der Rebellenbewegung M23 aus den besetzten Gebieten. Bereits am Mittwoch hatten Anführer der Gruppe betont, sie bereiteten sich auf einen schrittweisen Rückzug aus Goma und dem nahe liegenden Sake vor. Sie hatten die Städte in der vergangenen Woche erobert. Obwohl sich die Situation für die Bevölkerung normalisierte und etwa in Goma Schulen und Geschäfte wieder öffneten, blieb der angekündigte Rückzug aber zunächst aus.

Die humanitäre Lage bleibt weiter katastrophal. „Zehntausende Menschen werden immer wieder neu vertrieben. Sie leiden nicht nur unter schwerstem Hunger, sondern auch unter der extremen Gewalt“, sagte Dominic Keyzer von der Hilfsorganisation World Vision in Goma. „Die an diesem Konflikt beteiligten Parteien müssen sicherstellen, dass humanitäre Organisationen die Betroffenen erreichen und sie mit lebensrettenden Hilfen versorgen können“, hieß es weiter. (APA/dpa)

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