Klirrende Kälte in Russland und Indien: Zahl der Todesopfer steigt
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Beißende Kälte, Dutzende Tote, Hunderte Erfrierungen: Väterchen Frost führt in Russland ein eisernes Regiment. Auch im entfernten Indien sind wegen der niedrigen Temperaturen schon Dutzende Menschen ums Leben gekommen.
Foto: Reuters
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Moskau - Während einige Erdbewohner wegen der frühlingshaften Temperaturen ins Schwitzen geraten, leiden andere massiv unter der Kälte. Die eisigen Temperaturen kosten in Indien und Russland Dutzenden Menschen das Leben. Mindestens 33 sind bei einer Kältewelle in Nordindien in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen. Die meisten seien erfroren, andere bei Verkehrsunfällen aufgrund des sehr dichten Nebels gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur IANS.
Die Schulen und Hochschulen in Lucknow, der Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, sollen wegen der Kälte bis zum 5. Jänner geschlossen bleiben. Auf dem Hauptstadtflughafen sowie weiteren nationalen Flughäfen im Norden des Landes fielen wegen des dichten Nebels zahlreiche Flüge aus. Die Zugfahrpläne gerieten komplett durcheinander, da in einigen Bundesstaaten fast alle Züge Verspätungen hatten oder ausfielen.
Mehr als 120 Kältetote in Russland
Wegen des anhaltenden starken Frosts in weiten Teilen Russlands ist die Zahl der Kältetoten laut Medienberichten auf mindestens 128 gestiegen. Mehr als 900 Menschen würden derzeit mit Erfrierungen in Kliniken versorgt, meldete die Agentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf Gesundheitsbehörden.
Allein seit Dienstag seien zwei Menschen gestorben - einer im Gebiet Orenburg am Südural und einer im Gebiet Uljanowsk an der Wolga - sowie 40 Kälteopfer in Krankenhäuser gebracht worden. Hinzu kommt: Jeden Tag sterben Dutzende Menschen an Kohlenmonoxidvergiftungen oder bei Gasexplosionen, weil sie sich an maroden Öfen oder offenen Feuern wärmen wollen. Meist wurden Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten.
In Moskau näherten sich unterdessen die Temperaturen dem Plusbereich - ein Anstieg um rund 20 Grad binnen zweier Tage. Die Behörden warnten jedoch vor gefährlichem Eisregen. Auch tauende und herabfallende Eiszapfen an Dächern sowie Blitzeis auf den Straßen seien eine Gefahr.
Schuld an der Eiseskälte östlich der natürlichen Wetterbarriere, dem Ural-Gebirge, ist nach Angaben des staatlichen Wetteramtes ein kräftiges Tief über dem Norden der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka in Verbindung mit Ausläufern eines Hochdruckgebiets über Sibirien. Da sich dabei keine Wolken bilden, kühlt sich die Luft bis in niedrige Schichten extrem ab. Ein weiteres Hoch blockiert wärmere Luft. Eine solche Kombination habe es zuletzt 1938 gegeben, sagen Meteorologen. (dpa)
aktualisiert: Mi, 26.12.2012 11:41


