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Syrien

Russland und Brahimi glauben an politische Lösung in Syrien

Träumerei oder Realitätssinn? Russland und UN-Sondervermittler Brahimi glauben weiter an eine politische Lösung im syrischen Bürgerkrieg. Aber die syrische Opposition will nicht mitspielen.

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Moskau/Damaskus - Russland und der UN-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi halten eine politische Lösung des Syrienkonflikts trotz der mehr als 40.000 Todesopfer weiter für möglich. Es gebe nur die Wahl zwischen einem politischen Prozess und der Hölle, sagte der algerische Diplomat am Samstag in Moskau. Zuvor hatte der wichtigste syrische Oppositionsblock Verhandlungen mit dem Regime von Baschar al-Assad in Moskau abgelehnt. Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte diese Entscheidung als Weg in die Sackgasse, weil Assad bis zum Ende auf seinem Posten bleiben werde. „Es gibt keine Möglichkeit, diese Position zu verändern“, sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax.

Der Ton zwischen Moskau und der syrischen Opposition wird zunehmend rauer. Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, Moas al-Chatib, forderte Russland auf, sich für seine Pro-Assad-Politik zu entschuldigen. Moskau müsse sich deutlich für den Abgang Assads aussprechen, sagte er dem Sender Al-Dschasira.

Die Forderungen der Opposition, Russland müsse sich für seine Position entschuldigen, seien überraschend, sagte Lawrow. Wenn die Gegner von Machthaber Assad auf dessen Rücktritt beharrten, verschlimmere das die Situation in dem Land nur noch weiter. Er wiederholte zugleich die Haltung, wonach Russland weder Sanktionen noch einer militärischen Intervention zustimmen werde.

Trotz der nicht enden wollenden Gewalt sieht Lawrow Chancen auf eine friedliche Lösung. Die Lage sei aber sehr schwierig. „Die Auseinandersetzung eskaliert, die Zahl der toten Zivilisten steigt“, sagte der Moskauer Außenminister. Er forderte eine Rückkehr der UN-Beobachter nach Syrien nach einer Waffenruhe. Nötig sei aber ein größeres Kontingent.

Russland gilt als einer der letzten verbliebenen engen Partner des Regimes in Damaskus. Russland und China haben im Weltsicherheitsrat mit ihrem Veto Strafmaßnahmen gegen Syrien verhindert. UN-Sondervermittler Brahimi erklärte, er wolle mit einem politischen Prozess Syrien davor bewahren, ein gescheiterter Staat wie Somalia zu werden. Brahimi warnte erneut vor einem Religionskonflikt, der die gesamte Region in eine Katastrophe stürzen könnte.

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi stärkte hingegen der Opposition den Rücken. Für das derzeitige Regime gebe es in der Zukunft Syriens keinen Platz, sagte der Islamist während einer Rede vor dem Oberhaus des Parlaments in Kairo. Zugleich sprach sich das Oberhaupt des bevölkerungsreichsten arabischen Staates gegen eine ausländische Militärintervention aus. (dpa)

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