Archiv

Letztes Update am TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Standort Tirol

Ex-Tyrolean-Boss wird neuer Chef von Welcome-Air-Gruppe

Manfred Helldoppler und Carolin Porcham übernehmen die Geschäftsführung. Wie es um die Zukunft der Air Alps - einer Tochtergesellschaft der Welcome-Air - steht, bleibt hingegen ungewiss.

Innsbruck - Die Welcome-Air-Gruppe steht wieder vor einem Totalumbau. Manfred Helldoppler, bis 2010 Geschäftführer der AUA-Tochter Tyrolean, soll gemeinsam mit Carolin Porcham den drei Fluglinien der Gruppe wieder Flügel verleihen. Er ist bereits seit mehr als zwei Jahren in der Welcome-Geschäftsführung tätig. Der bisherige Geschäftsführer Oliver Ladurner verlässt das Unternehmen.

Seit dem 1. Dezember 2012 stehen die drei Flugzeuge der Welcome-Tochter Air Alps am Boden. Die Südtiroler Landesregierung und die italienische Luftfahrtbehörde ENAC haben die einstige Hausstrecke Bozen-Rom neu ausgeschrieben, die Air Alps ist bereits aus dem Rennen geflogen. Wie es mit der Fluggesellschaft weitergeht, steht zur Zeit in den Sternen. Die Air Alps gehört zu 76 Prozent der Innsbrucker Welcome Air Gruppe, zu 24 Prozent einem Südtiroler Unternehmerkonsortium.

Suche nach neuen Strecken und Geschäftsfeldern

Die Eigentümer der Welcome Air, die Schweizer Remi Finanz- und Verwaltungs AG, hat bereits mehrere Millionen in die angeschlagene Tochter gesteckt, will weiter an der Air Alps festhalten. Derzeit sei man auf der Suche nach neuen Strecken und Geschäftsfelder, versichert Remi-Finanzchef Fabio D‘Antuono gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Die neue Doppelspitze soll vor allem die Kerngeschäfte der Gruppe wieder auf gesunde und profitable Beine stellen: Die Tyrolean Air Ambulance wird sich noch stärker auf die Ambulanzflüge als Einzel- und Sammeltransporte („Gipsbomber“) konzentrieren, die Welcome Air wird im Business- und VIP-Charterbereich sowie weiter auf in Kooperation mit der AUA auf der Strecke Wien-Linz fliegen. Linienflüge auf eigener Risiko stehen derzeit nicht auf dem Flugplan: „Unsere Dornier-Maschinen mit 31 Sitzen sind dafür einfach zu klein“, erläutert Helldoppler.

Heute Vormittag sind am Firmensitz am Innsbrucker Flughafen die Mitarbeiter über die Neuausrichtung informiert worden. Bei der Tyrolean Air Ambulance und der Welcome Air sind 98 Mitarbeiter, exklusive 60 nebenberuflich engagierten Medizinern, beschäftigt. Zittern müssen vor allem die knapp 50 Air-Alps-Arbeitnehmer: Wenn die Flugzeuge nicht bald wieder abheben, dürfte der Airline wohl das endgültige Aus drohen. (bea)