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Ski-WM 2013

Zuwachs für Bertholds Blechsalat: „Wir suchen keine Ausreden“

Österreichs Ski-Team steht bei Heim-WM 2013 in Schladming noch ohne Medaillen da. Im Super-G der Herren präsentierte sich die ÖSV-Truppe mannschaftlich stark, aber glücklos.

Schladming - Im 13. Super-G der Ski-WM-Geschichte sind Österreichs Herren nach 1987, 1989, 1996 und 2009 zum fünften Mal leer ausgegangen. Das mannschaftlich starke Ergebnis mit den Rängen vier, fünf, acht und zehn war da ein schwacher Trost. „Das nützt uns nicht viel. Vierter und Fünfter, das ist natürlich bitter“, meinte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold.

Für den 47-Jährigen ist Schladming die zweite WM als „Boss“ der ÖSV-Stars. Neben einmal Silber und einmal Bronze ist vor allem Bertholds Ansammlung an „Blech“ für vierte Plätze und „Leder“ für fünfte Ränge beachtlich. Vor zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen gab es drei vierte Plätze (Romed Baumann Abfahrt, Mario Matt Slalom, Benjamin Raich Super-Kombination) und einen fünften Rang (Raich Super-G).

Die Serie setzte sich nun gleich zum Auftakt in Schladming mit den Plätzen vier und fünf für Hannes Reichelt und Matthias Mayer munter fort. Der Vorarlberger wollte sich aber nicht auf fehlendes Glück ausreden. „Wir suchen keine Ausreden. Das war kein Pech, das war halt einfach zu wenig für eine Medaille“, sagte Berthold.

„Das war ein richtig schwieriger Super-G, der von flachem Licht geprägt war. Da musste man riskieren, das haben alle vier gemacht. Insofern kann ich den Burschen nicht viel vorwerfen“, erklärte Berthold in seiner Rennanalyse.

Dem Duo Reichelt und Mayer fehlte nicht viel auf eine Medaille. Für Romed Baumann (8.) und Georg Streitberger (10.) fand ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hingegen durchaus kritische Worte. „Das war schon enttäuschend. Beide haben nicht das gezeigt, was sie können. Sie haben beide ihre guten Startnummern (12 und 13, Anm.) nicht ausgenützt. Das ist schade, denn wie oft bekommt man schon so eine Gelegenheit bei einer Heim-WM“, merkte der Oberösterreicher an.

Reichelt und Mayer durften immerhin am Mittwochabend auf dem „Medal Plaza“ in Schladming als erste ÖSV-Starter der Heim-WM an der offiziellen Siegerehrung der Top-Sechs teilnehmen. Nur leider standen sie nicht auf dem, sondern nur am Podest.

Für den WM-Debütanten Mayer, der bis zum Schlusshang sogar um Gold mitmischte, war es dennoch ein sensationelles Erlebnis. „Diese Atmosphäre war unglaublich. Das war schon ein Trostpreis für mich, dass ich mir die Siegerehrung aus nächster Nähe reinziehen durfte. Ich nehme eigentlich nur Positives aus diesem Rennen mit“, erklärte der 22-jährige Kärntner.