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Ski-WM 2013

FIS-Präsident Kasper lobt WM in Schladming: „Großartiger Job!“

Der FIS-Boss gratulierte dem OK-Team und dem ÖSV zur gelungenen WM: „Wir haben uns auch nichts anderes erwartet.“

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Schladming - Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes (FIS), hat die Organisatoren der 42. Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2013 in Schladming ausdrücklich gelobt. „Die Organisation war sehr gut. Ich gratuliere dem ÖSV und dem Organisations-Komitee. Man hat einen großartigen Job gemacht, nichts anderes haben wir aber erwartet“, sagte Kasper in Richtung ÖSV-Präsident und OK-Chef Peter Schröcksnadel.

Schladming war nach Saalbach 1991 und St. Anton 2001 die dritte WM in Österreich und der Führung Schröcksnadels als Präsident. Trotz bereits mehrerer Kandidaten für 2021 sei es aber offen, wann man wieder eine WM in Österreich bekommen werde, betonte der Tiroler. „Es ist aber trotz aller Diskussionen um angeblich hinausgeworfenes Geld offensichtlich, dass die gleichen Orte so schnell wie möglich wieder eine WM wollen“, sah sich der 71-Jährige in seinen Bemühungen bestätigt.

„Den alten Samaranch-Spruch von den ‚best games ever‘ benutzen wir nicht“

Dass Kasper die von einem Zuschauer-Rekord begleiteten und trotz teils logistisch schwierigster Umstände praktisch fehlerlosen Titelkämpfe in Schladming nicht als „die Beste WM aller Zeiten“ bezeichnete, war schon vorher fest gestanden. „Es war sicher eine großartige WM“, sagte Kasper. „Den alten Samaranch-Spruch von den ‚best games ever‘ benutzen wir aber nicht, weil jede Weltmeisterschaft unter speziellen Umständen stattfindet“, erklärte der FIS-Boss.

Vergleiche mit Gestern oder Vorgestern seien wie jene zwischen Birnen und Äpfeln, betonte Kasper. „Das ist nicht unsere Art. Diese WM war sehr gut. Aber zu sagen, sie war besser als 1932 als völlig andere Bedingungen waren, finde ich ehrlich gesagt lächerlich. Das ist nicht Zweck unserer Philosophie.“

Schröcksnadel hielt zu diesem Thema fest: „Die beste WM zu machen, war kein Wunsch, sondern unser Ziel. Ob es geklappt hat, müssen andere beurteilen.“

Kleine Probleme wurden schnell gelöst

Kasper merkte zufrieden an, dass es bis auf kleinere Probleme („Die gibt es überall, sie wurden schnell gelöst“) nichts zu beanstanden gäbe. „Es gab keine Skandale, und auch wenn wir nicht viel Sonne gesehen haben, hatten wir enormes Wetterglück“, sagte der FIS-Chef. Im Gegensatz zu Schröcksnadel war Kasper auch mit der Medaillen-Verteilung zufrieden. Zehn Nationen schienen schon nach zehn Bewerben im Medaillenspiegel auf.

Sorgen bereiten dem FIS-Präsidenten hingegen die immer größer werdenden Starterfelder in den Technikbewerben. Prinzipiell sei das Interesse erfreulich, die FIS unterstütze und fördere die Nationen ja. Rekord Starterfelder von 183 wie im Herren-Riesentorlauf verlangen aber ausgelagerte Vor-Qualifikationen, das bringt die WM-Veranstalter an ihre Grenzen. Zudem, weil auch die Damenfelder immer größer werden.

Kasper ist aber kein Fan von Qualifikationsrennen im WM-Umfeld, obwohl „dieses Exoten-Thema bei den Fans gut ankommt“. Der Schweizer möchte das Problem lieber über die FIS-Punkte und Beschränkungen der Nationenquoten schon im Vorfeld lösen.

Zentraler ist das Problemfeld Wetter und dichtes Programm. Seit 2009 in Val d‘Isere geht eine alpine Ski-WM über nur noch zwei Wochenenden, das setzt die Programmplanung einem großen Risiko aus. In Schladming wurde der Damen-Super-G im Viertelstundentakt verschoben und später vorzeitig beendet, die Herren konnten nur ein einziges volles Abfahrtstraining über die Gesamtdistanz absolvieren.

Programm wird überarbeitet

„Unser Sport findet nun mal in der Natur statt. Der Super-G und die verkürzten Trainings waren trotzdem fair und regulär“, hielt Kasper fest. Lösungen sind in Sicht. Zum einen könnten künftig die Herren-Speed-Bewerbe in der ersten und die schnellen Damen-Bewerbe in der zweiten Woche stattfinden, schlug Kasper vor. „Das würde vieles vereinfachen.“ Bei Olympia in Südkorea 2018 soll zudem eine Flutlicht-Abfahrtspiste für mehr Spielraum und optimale Sendezeiten in Europa sorgen.

Den Herrenslalom in Schladming am Samstagabend unter Flutlicht zu fahren, wäre für Kasper keine gute Idee gewesen. „Dann wären am Sonntag ‚nur noch‘ die Damen gewesen. Das wäre falsch“, sagte der oberste Skifahrer. „Außerdem sind die Tages-Einschaltquoten besser und es ist immer klüger, mit einem absoluten Highlight aufzuhören.“

Teambewerb auch bei Olympia - Kombi weiter Thema

Kasper outete sich zudem erneut als große Fan des Teambewerbs. Dieser werde „zu 99 Prozent“ 2018 in Korea im Olympia-Programm sein. „Wir waren enttäuscht, dass wir es für Sotschi noch nicht geschafft haben. Es hatte keine sportlichen Gründe. Der Bewerb ist hervorragend, spannend und eine Riesen-Show für das Publikum. Er wird in Zukunft bei WM und Olympia eine große Rolle spielen.“

Ob das auch die weniger beliebte Super-Kombination schafft, ist fraglich. „Über sie wird man immer weiter diskutieren. Wir sind aber überzeugt, dass der perfekte, der gesamte, der komplette Skifahrer weiter die Nummer eins ist und auf großes Interesse stößt“, sagte Kasper. „Die Kombi hat ihre volle Berechtigung.“

Vorbehaltloses Lob gab es von Kasper für den Host-Broadcaster ORF. „Er hat einen großartigen Job gemacht. Bilder neuer Dimension sind um die Welt gegangen.“ (APA)

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