19.02.2013, 11:17  Aktualisiert: 19.03.2013, 11:59 
Landtagswahl 2013

„Vorwärts Tirol“ will LH-Direktwahl und zwingende Volksabstimmungen

Die Liste „Vorwärts Tirol“ hat heute weitere „Spitzenrepräsentanten“ aus den Bezirken sowie ein Demokratiepaket vorgestellt.
Spitzenkandidat Hans Lindenberger will niemanden ausgrenzen.
Foto: Robert Parigger

Innsbruck – Die bei der Landtagswahl am 28. April neu antretende Liste „vorwärts Tirol“ will eine künftige Direktwahl des Landeshauptmannes. „Wir wollen, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden“, meinte der Spitzenkandidat der Liste, der frühere SPÖ-Landesrat Hans Lindenberger, am Dienstag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung neuer Bezirkskandidaten in Innsbruck. Dies sei Teil des Demokratiepaketes „Demokratie Tirol Neu“, das überdies die Beschränkung aller politischen Funktionsdauern auf drei Perioden sowie die Abschaffung des Bundesrates vorsehe.

Zudem sollen laut Lindenberger bei großen Entscheidungen von landesweiter oder regionaler Tragweite wie zum Beispiel beim Bau von Kraftwerken zwingend Volksabstimmungen durchgeführt werden, wenn 15 Prozent der Stimmberechtigten eine solche Abstimmung wollen. Der „vorwärts Tirol“-Spitzenkandidat forderte zudem, das aktuelle Wahlrecht insoweit zu ändern, dass zumindest 50 Prozent der Abgeordneten direkt gewählt werden können. Dies seien aber im Falle von Koalitionsverhandlungen „keine unabdingbaren Forderungen“, schränkte Lindenberger ein.

Lindenberger will niemanden ausgrenzen

In puncto möglicher Koalitionen nach der Wahl gab sich der ehemalige Landesrat zugeknöpft. Er wolle „keine Spekulationen und Bedingungen“, meinte der 63-Jährige. Seine Liste grenze jedenfalls niemanden aus. Zuletzt hatte sich Lindenberger gegen eine „Innsbrucker Stadtlösung“ mit einer Koalition aus der VP-Abspaltung „Für Innsbruck“, der SPÖ und den Grünen ausgesprochen, dies jedoch später revidiert und gemeint, er präferiere weder eine Koalitionsvariante noch schließe er eine aus.

Innsbrucks Bürgermeisterin Oppitz-Plörer hatte die neue politische Bewegung Mitte Jänner zusammen mit Lindenberger und der Ex-VP-Landesrätin Anna Hosp aus der Taufe gehoben.

Weitere Bezirkskandidaten präsentiert

Bei der Pressekonferenz präsentierte Lindenberger weitere Spitzenrepräsentanten aus den Bezirken. In Innsbruck kandidiert Waltraud Buchberger auf Listenplatz 1. Die 50-Jährige ist Direktorin des Fachbereiches Pflege am AZW Innsbruck. Die ehemalige Vize-Bürgermeisterin von St. Sigmund im Sellrain ist derzeit auch Ersatzgemeinderätin („Für Innsbruck“) in der Landeshauptstadt.

Im Bezirk Lienz tritt der Innervillgrater Schafbauer und Ex-Bürgermeister Josef Schett an. Der 52-Jährige ist auch Vorstand des Tourismusverbandes Osttirol.

„Vorwärts Tirol“-Spitzenkanditat im Bezirk Kitzbühel ist Simon Brüggl. Der 57-jährige Jurist saß bereits in den 90er-Jahren im Tiroler Landtag – damals noch für die ÖVP als Landesparteiobmann-Stellvertreter. „Die ÖVP ist nicht mehr meine politische Heimat“, erklärte Brüggl. Diese sei ein „Imperium“, er bewundere deshalb die Couragiertheit der handelnden Personen bei „vorwärts Tirol“, eine neue Bewegung gegründet zu haben.

In einer aktuelle TT-Umfrage schaffte „Vorwärts Tirol“ auf Anhieb 10 Prozent – siehe auch: http://go.tt.com/15rCq1K (tt.com, APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 19.02.2013  11:17
aktualisiert: Di, 19.03.2013  11:59
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