Zeuge hörte Streit zwischen Pistorius und seiner Freundin
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Oscar Pistorius wartet auf die Entscheidung des Gerichts.
Foto: EPA
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Pretoria – Im Mordfall Reeva Steenkamp hat die Anklage der Darstellung des tatverdächtigen Sprintstars Oscar Pistorius widersprochen, er habe seine Freundin aus Versehen erschossen. Wie die südafrikanische Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor Gericht in Pretoria erklärte, hörte ein Zeuge in der Tatnacht einen heftigen Streit zwischen dem 26-Jährigen und dem Fotomodell Steenkamp, danach seien Schüsse gefallen.
Staatsanwalt Gerrie Nel erklärte, ein Zeuge habe zwischen 2.00 und 3.00 Uhr das Paar gehört, wie es sich „ohne Unterbrechung“ stritt. Der Ermittler Hilton Botha sagte vor dem Gericht in Pretoria aus, der ungenannte Zeuge habe Schüsse gehört. Daraufhin sei er auf seinen Balkon getreten und habe gesehen, dass bei Pistorius im Haus Licht gebrannt habe. „Dann hörte er eine Frau zwei- oder dreimal schreien, dann weitere Schüsse.“
Zwei Kartons mit Testosteron und Spritzen
Der Angeklagte habe „aus einer Entfernung von anderthalb Metern vorsätzlich in Richtung der Toilette geschossen“, sagte Nel. Dem Ermittler Botha zufolge wusste Pistorius, dass seine Freundin im Badezimmer war. Botha berichtete, er sei am Donnerstagmorgen um 04.15 Uhr am Tatort eingetroffen, wo er Reeva Steenkamp tot im Erdgeschoss gefunden habe. Sie sei mit Shorts und schwarzem Hemd bekleidet gewesen. Ein Rechtsanwalt und der Bruder des Beschuldigten seien auch da gewesen.
Pistorius hatte am Vortag in einer eidesstattlichen Erklärung beteuert, er habe seine Freundin am Valentinstag versehentlich in seinem Haus erschossen, weil er sie für einen Einbrecher gehalten habe. Der Abend sei gut verlaufen, das Paar sei nach 22.00 Uhr eingeschlafen, hatte Pistorius angegeben.
Die Polizei fand im Haus von Pistorius zudem zwei Kartons mit Testosteron und Spritzen, wie Botha erklärte. Das Sexualhormon steht auf der Liste der Substanzen, die vom Internationalen Olympischen Komitee verboten sind. Dagegen erklärte ein Verteidiger von Pistorius, Testosteron sei ein „pflanzliches Heilmittel“, das Pistorius nehmen dürfe und genommen habe.
Polizei sieht Fluchtgefahr
Botha kündigte ferner an, dass die Anklage um den Punkt des illegalen Besitzes von Munition erweitert werde. Bei Pistorius sei Munition für das Revolverkaliber .38 gefunden worden, für die der Sportler aber keine Lizenz habe.
Der leitende Polizeiermittler warnte zudem vor einer Freilassung, weil Fluchgefahr bestehe. Der 26-jährige Pistorius, der von der Staatsanwaltschaft des Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp (29) beschuldigt wird, besitze ausländische Konten und habe eine Immobilie in Italien, sagte Botha.
Das Gericht in Pretoria will am Mittwoch über eine mögliche Freilassung von Pistorius auf Kaution entscheiden. Dies hatte die Staatsanwaltschaft zum Auftakt der zweitägigen Verhandlung am Dienstag bereits abgelehnt. Möglicherweis fällt die Entscheidung aber erst am Donnerstag. Sollte die Anhörung doch einen Tag länger fortgesetzt werden, wird der Richter erneut entscheiden müssen, wo Pistorius inhaftiert wird. Bisher ist er in einer Zelle des Brooklyn-Polizeireviers in Pretoria untergebracht. Üblicherweise werden Mordverdächtige in ein Untersuchungsgefängnis gebracht. (APA/AFP, dpa, tt.com)
aktualisiert: Mi, 20.02.2013 14:00


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