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Sensationsfund in Tirol: Mini-Saurier begeistert Forscher

Oberhalb von Seefeld wurde im Schiefergestein ein fast komplettes Skelett eines ausgestorbenen Reptils mit dem Namen „Langobardisaurus pandolfii“ entdeckt.

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Innsbruck - Durch einen glücklichen Zufall gelangte ein - auf den ersten Blick wenig ansehnliches - Fossil an die Universität Innsbruck. Nach einer genauen Analyse des oberhalb von Seefeld gefundenen Exemplars steht nun fest: Es handelt sich um das fast komplette Skelett eines ausgestorbenen Reptils mit dem Namen „Langobardisaurus pandolfii“ – ein kleinwüchsiger Saurier-Verwandter.

Vor wenigen Jahren fanden die Reptilien-Überreste, die 25 Jahre in der Privatsammlung eines Innsbruckers lagerten, ihren Weg an die Uni. Nach der Auswertung von Studien italienischer Fachleute steht nun fest, dass es sich tatsächlich um einen Sensationsfund handelt.

Auch Christoph Spötl vom Institut für Geologie und Paläontologie an der Uni Innsbruck ist begeistert: „Weltweit wurden bisher nur vier Exemplare dieser Art gefunden, jenes aus Seefeld ist aber eindeutig am Besten erhalten.“

Der Mini-Saurier „Langobardisaurus pandolfii“ zeichnete sich durch einen langen Schwanz und einen verlängerten Hals aus. Das Seefelder Exemplar ist 25 Zentimeter lang, womit es sich laut den Forschern um ein jugendliches Tier handelte. Ausgewachsene Vertreter der Art wurden etwa doppelt so groß.

Fossilienreiches Gebiet

Es ist bei Weitem nicht das erste Fossil, das im Ölschiefer von Seefeld gefunden wurde. Das nach Bitumen riechende Gestein auf dem Plateau bildete sich vor etwa 210 Millionen Jahren. Damals war das Gebiet der heutigen Alpen Teil eines ausgedehnten tropischen Meeres, ähnlich den heutigen Bahamas. In diesem Meer gab es tiefe Bereiche an denen sich Faulschlamm ablagerte.

Laut Spötl bildete dies die Voraussetzung dafür, dass überproportional viele Spuren des damaligen üppigen Lebens erhalten geblieben sind. „Aufgrund des fehlenden Sauerstoffs verwesten die im Schlamm eingebetteten Organismen nicht und wurden fossilisiert“, meint der Paläontologe.

Während im Seefelder Raum Bergbau betrieben wurde, stießen Knappen immer wieder auf versteinerte Fossilien. 1964 wurde der Abbau des Ölschiefers eingestellt, seither nahmen auch die Funde deutlich ab. Vereinzelt machten Sammler auch später noch interessante Entdeckungen. So wurden in den 1970er und dann nochmals in den 1990er Jahren Überreste von zwei Flugsauriern gefunden. (tt.com)

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