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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 29.04.2013

Ziemlich beste Feinde

Am 5. Mai erreicht das Superwahljahr bereits seinen nächsten Höhepunkt. In Salzburg konzentriert sich alles auf das Match LH Gabi Burgstaller (SPÖ) gegen Wilfried Haslauer.

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Von Michael Sprenger

Salzburg – Als Gabi Burgstaller im Jahre 2004 erstmals für die SPÖ die Mehrheit im bürgerlichen Salzburg erobern konnte, herrschte bei der ÖVP eine Schockstarre. Landeshauptmann Franz Schausberger erklärte seinen Rücktritt, Wilfried Haslauer übernahm die angeschlagene Salzburger VP und wurde Koalitionspartner von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Jetzt, knapp neun Jahre nach dem Machtwechsel in Salzburg, sieht die Volkspartei eine gute Chance, den Landeshauptmannsessel zurückzuerobern.

Der entscheidende Punkt war das Bekanntwerden des enormen Spekulationsskandals, der nicht nur Salzburg erschütterte. Für Haslauer war dieser Skandal das Signal, die Koalition mit der SPÖ vorzeitig aufzukündigen.

Den Neuwahlantrag hatte die ÖVP nur wenige Tage nach dem Bekanntwerden des Spekulationsskandals angekündigt. Sie begründete ihn damit, dass in der Landesregierung keine Vertrauensbasis mehr vorhanden und den Menschen kein ein Jahr andauernder Wahlkampf zuzumuten sei. Doch der wahre Grund lag wohl bei den Schwarzen in der Chance, wieder Landeshauptmann werden zu können.

Dieses Manöver wird auch in Salzburg so interpretiert. Zwischen den langjährigen Koalitionspartnern Haslauer und Burgstaller herrscht seither Eiszeit. Die beiden ziemlich besten Feinde wollen nach dem 5. Mai auch nicht mehr auf einer Regierungsbank sitzen. Einer der beiden wird den Abend des 5. Mai politisch nicht überleben: Wer die Wahl verliert, geht.

Verlieren heißt in dem Fall, wer Zweiter wird. Denn heute schon gilt es als ausgemacht, dass sowohl die SPÖ als auch die ÖVP ein Minus einfahren werden.

Für SPÖ und ÖVP geht es also um den Führungsanspruch. FPÖ-Chef Karl Schnell hat sich hingegen die Latte auf 15 Prozent gelegt und will bereits bei einem kleinen Minus von der Polit-Bühne abtreten. Die Grünen mit Astrid Rössler wollen sich verdoppeln, also 15 Prozent und vier Mandate erzielen.

Für das Team Stronach geht es schlichtweg um den Einzug ins Landesparlament. Allerdings stehen hierfür die Chancen besser als zuletzt für die zerstrittene Partei in Tirol.

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