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Salzburg-Wahl

Grüne überraschen, FPÖ gerät als Protestpartei in Bedrängnis

Die Stärke der Grünen bei den Landtagswahlen hat alle Meinungsforscher überrascht. Für die FPÖ sei dies ein „Warnsignal“.

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Salzburg – Überraschung über die Stärke der Grünen und das Ausmaß der Verluste der SPÖ waren die vorherrschenden Themen bei Meinungsforschern und Politologen nach der Salzburger Landtagswahl am Sonntag. Offen blieb, wie stark die bisherige Wahlergebnisse 2013, vor allem die stärkere Mobilisierungskraft der ÖVP gegenüber jener der SPÖ, Auswirkungen auf die Nationalratswahl im Herbst haben könnte.

Für David Pfarrhofer vom Institut „market“ sind die Grünen „definitiv“ die Wahlgewinner. Die starken SPÖ-Verluste wertete er als Überraschung, Ursache sei klarerweise der Finanzskandal. Die ÖVP könne sich freuen, bundespolitisch habe das aber noch nicht viel zu sagen.

ÖVP mit SPÖ bundesweit auf „Augenhöhe“

Ganz anders sah das Politologe Thomas Hofer. Es sei klar, dass die ÖVP nach drei von vier möglichen Wahlsiegen der SPÖ nun eher auf Augenhöhe begegnen könne. Von der für die ÖVP schädlichen Zuspitzung zwischen Kanzler Werner Faymann (S) und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache können nun keine Rede mehr sein. 2012 sei für ÖVP-Chef Michael Spindelegger ein desaströses Jahr gewesen, nun gebe es einen Motivationsschub für die Funktionäre.

Peter Hajek („Public Opinion Strategies“) verwies darauf, dass die Grünen - bisher oft nur „Umfragenkaiser“ - erstmals die Wahlprognosen übertreffen konnten. Außerdem hätten sie Proteststimmen „abgesahnt“, die eigentlich für rechtspopulistische Parteien wie gemacht gewesen seien.

„Massives Warnsignal für FPÖ“

Für die FPÖ sei dies ein „massives Warnsignal“. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) sei bei der Wahl für ihr Schuldeingeständnis bestraft worden. „Das wird vom Wähler nicht honoriert.“

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