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Viele Tote bei Selbstmordanschlag auf Regierungskonvoi in Somalia

Die Mitglieder der katarischen Delegation, die in den Fahrzeugen saßen, blieben unverletzt. Unter den Opfern befinden sich hauptsächlich Zivilisten.

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Mogadischu – Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Fahrzeugkolonne der Regierung sind am Sonntag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mindestes 15 Menschen ums Leben gekommen - darunter 13 Zivilisten. Weitere 18 Menschen wurden nach Angaben von Behörden und Augenzeugen verletzt. Der Attentäter steuerte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Konvoi, in dem eine Delegation aus dem Ölemirat Katar unterwegs war, und brachte es zur Explosion. Zu dem Anschlag bekannte sich später die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz, die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida hat.

Nach Regierungsangaben blieben die Mitglieder der katarischen Delegation bei dem Attentat unverletzt. An dem Anschlagsort kreuzen sich mehrere Buslinien. „Die Explosionen haben Zivilisten in der Gegend betroffen“, sagte Gouverneur Abdi Mohamud Warsame der Nachrichtenagentur dpa.

Augenzeugen berichteten, mehrere Autos seien völlig zerstört worden. „Ich sah die Leichen mehrerer Leute“, sagte Augenzeuge Kiin Omar Makaraan. „Ihre Leichen waren in Teile zerrissen.“ Somalische Twitterer berichteten, nach dem Anschlag seien zahlreiche Schüsse gefallen.

Die Straße war gerade erst nach einer dreitägigen Sperre für den Verkehr wieder freigegeben worden. Die Regierung hatte nach Anschlagsdrohungen der Al-Schabaab-Miliz die Sperrung der Verkehrsachsen Mogadischus angeordnet. Die Miliz hatte nach 2007 große Teile Somalias und der Hauptstadt erobert, war aber 2011 mit Hilfe afrikanischer Eingreiftruppen aus Mogadischu vertrieben worden. Seitdem hat sich die Miliz auf Bombenanschläge verlegt. (APA/dpa)

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