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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 22.05.2013

Eltern für Handyverbot an Schulen

Elternverbände stellen sich gegen Palfrader und Lintner. Der Ruf nach Ganztagsangeboten statt einer Gesamtschule wird laut.

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Innsbruck – Landesschulratspräsident Hans Lintner und Bildungslandesrätin Beate Palfrader haben sich zuletzt gegen ein generelles Handyverbot an Tirols Schulen ausgesprochen. Dabei wären strenge Bestimmungen ganz im Sinne der Eltern: Die Landeselternverbände an den öffentlichen Schulen sprechen sich in einer Stellungnahme für eine klare, bundesweit einheitliche Regelung durch das Unterrichtsministerium aus: „Das würde viele endlose Diskussionen an den Schulen ersparen“, so Verbandsobmann Peter Retter. Schon seit Jahren werde sinnlos Zeit vergeudet. Ohne Verbote könnten die Schulen das Problem nicht in Griff bekommen.

Der Umgang mit Handys ist bereits seit vielen Jahren Thema im Rahmen der AHS-Schulpartnerschaftsplattform. Im Zuge dessen entstand auch ein Vorschlag zur Nutzung elektronischer Medien: Diese seien beim Betreten der Schule bis zum Verlassen abzuschalten, eine Nutzung sei nur für Unterrichtszwecke durch ausdrückliche Freigabe durch eine Lehrperson erlaubt. Nicht abgeschaltete Geräte seien für die Dauer des Unterrichts einzusammeln. Nach dem zweiten Verstoß sollen die Geräte nur noch in der Direktion an Erziehungsberechtigte ausgehändigt werden. Bei Prüfungen sollen in Abstimmung mit den Fernmeldebehörden außerdem Störeinrichtungen eingesetzt werden. Lehrer müssten überdies eine Vorbildfunktion einnehmen und dürften ebenfalls nicht telefonieren.

Retter kritisiert auch die „veralteten“ Ansichten von Tirols Politikern zur Gesamtschule. „Außer der gebetsmühlenartigen Wiederholung inhaltsloser Schlagworteketten sind sowohl der Landeshauptmann als auch Innsbrucks Stadtrat Ernst Pechlaner bisher jedwede ausgereifte Diskussion, Argumentation und Beschreibung ihrer Pläne schuldig geblieben.“ Der Landesverband der Elternvereine fordert statt einer Abschaffung der AHS-Unterstufe den Ausbau der Ganztagesangebote und den Einsatz von „qualifizierten Zweit- und Stützlehrern an Volksschulen und Neuen Mittelschulen“. Besonders „verärgert“ zeigt sich Retter, dass die gewählten Schüler- und Elternvertretungen in die Gesamtschul-Diskussionen bisher nicht miteinbezogen wurden. (ms, wa)

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