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Letztes Update am In House / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Bericht: Der NATO fehlen militärische Kapazitäten

Die NATO ist einem Medienbericht zufolge auf absehbare Zeit nur bedingt für einen Einsatz gerüstet, weil ihr zentrale militärische Kapazitäten fehlen.

Brüssel/Hamburg/Washington - In einer vertraulichen Analyse zähle Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen 15 militärische „Problemzonen“ auf, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Bei der Ausstattung ihrer Armeen hätten die europäischen Verbündeten die gemeinsam vereinbarten Ziele verfehlt.

In der NATO-Tabelle, die sich am Ampelsystem orientiere, seien die untersuchten Projekte überwiegend orange oder rot eingefärbt („mittlere und große Probleme“). Gelbe Punkte („mäßige Schwierigkeiten“) seien seltener, grüne („keine Schwierigkeiten“) tauchten nicht auf. Besorgniserregend sei die Analyse auch, weil einige Mängel bereits im NATO-Einsatz in Libyen vor zwei Jahren zutage getreten seien. Es gebe, so Rasmussen laut „Spiegel“, einen „ungenügenden Vorrat an Präzisionsmunition“ wie selbststeuernden Raketen. Bis 2019 werde sich die Lage nicht bessern.

Defizite bestünden auch bei der Luftbetankung von Kampfjets. Die NATO benötige mindestens 235 Tankflugzeuge, ohne die USA verfüge das Bündnis aber nur über 81. Den Rest müssten die US-Amerikaner stellen, was dem NATO-Ziel widerspreche, dass eine Nation nicht mehr als die Hälfte der Lasten tragen solle. Beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister am vergangenen Dienstag habe US-Ressortchef Chuck Hagel bereits gesagt, dass das US-Militär nicht mehr bereit sei, die Defizite der Europäer auszugleichen.

Probleme bestünden auch beim medizinischen Personal, bei der elektronischen Kriegsführung mit Störsendern sowie der Ausrüstung von Spezialkräften. Rasmussens Fazit: „Die meisten Alliierten müssen mehr tun.“ (APA/dpa)