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Nach Pleite

Spar will dayli-Mitarbeiter bei neuen Jobs bevorzugen

Die heimischen Handelsriesen reagieren auf die dayli-Pleite. Spar behandelt ehemalige dayli-Mitarbeiter bevorzugt. Der Rewe-Konzern hat eine Koordinierungsstelle für Bewerbungen eingerichtet.

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Wien/Pucking/Salzburg - „Wir werden ehemalige dayli-Mitarbeiter in den kommenden Monaten in ganz Österreich bevorzugt behandeln.“ Das versprach eine Sprecherin der Supermarktkette Spar (Interspar, Eurospar) am Montag auf APA-Anfrage von der dayli-Pleite betroffenen Dienstnehmern. Die Bögen seien fertig ausgearbeitet, würden „in Kürze“ auf der Homepage des Handelsriesen und auch des Arbeitsmarktservices zu finden sein, so die Sprecherin. Ihr Pendant bei Rewe (Billa, Merkur, Bipa, Adeg, Penny), sagte zur APA, der Konzern habe eigens eine Koordinierungsstelle für Bewerbungen eingerichtet, um potenzielle neue Mitarbeiter auf die einzelnen Handelsketten zu verteilen.

„Froh über jeden Mitarbeiter“

„Natürlich kann man sich aber auch bei den einzelnen Geschäften des Rewe-Konzerns bewerben“, so die Sprecherin. Man freue sich auf jede Bewerbung. Alle würden „umgehend und rasch bearbeitet“. Es werde zwischen Interessen einzelner möglicher künftiger Mitarbeiter und dem Konzernbedarf abgeglichen.

Wie viele ehemalige dayli-Mitarbeiterinnen in den kommenden Monaten aber tatsächlich eine Arbeit bei Spar finden würden, könne man noch nicht beziffern, meinte die dortige Sprecherin. Bei Spar sei man „froh über jeden Mitarbeiter“, es gebe ständig einen „hohen Bedarf“, erklärte sie. Prinzipiell stehe man auch mit dem Arbeitsmarktservice AMS immer in engem Kontakt.

Bei der Drogeriekette dm bestätigte man gegenüber der APA, „möglichst vielen ehemaligen dayli-Mitarbeitern“ eine berufliche Zukunft bieten zu wollen.

Gespräche mit Hofer beginnen

Die Spar-Sprecherin bestätigte weiters Gespräche des Spar-Vorstands mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in ihrer Funktion als Chefin des ÖVP-Arbeitnehmerflügels ÖAAB. „Rasche Hilfe bei drohender Arbeitslosigkeit geht uns alle an“, stellte die Politikerin im Wahlkampf am Montag in einer Aussendung fest. „Unsere Vorgespräche bringen jedenfalls eine Chance für alle Betroffenen in ganz Österreich.“

Wie berichtet hieß es von der Gewerkschaft der Privatangestellten auch, dass Gespräche mit dem Diskont-Riesen Hofer beginnen würden. Generell werde versucht, möglichst vielen ehemaligen dayli-Mitarbeiterinnen der rund 1.200, die vorerst ihren Job verloren haben, wieder eine Stelle zu verschaffen. Diese Woche finden österreichweit Informationsveranstaltungen für dayli-Mitarbeiter statt.

Beim AMS heißt es laut ORF Ö1, man stehe „Gewehr bei Fuß“. Jobbörsen werden vorbereitet, bei denen die Ketten mit Mitarbeitern direkt in Kontakt kommen. Ziel sei es, die Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich dauern zu lassen. Ansonsten sind Insolvenzstiftungen für Umschulungen geplant. (APA)

APA
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