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Ehepaar bei Gärgasunfall in Südoststeiermark getötet

Bei einem Gärgasunfall in einem Silo in der Südoststeiermark sind am Samstagabend zwei Menschen - ein Landwirteehepaar (63 und 54 Jahre alt) - getötet worden.

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Bad Radkersburg – Im Bezirk Südoststeiermark sind am Samstagabend ein Landwirt (63) und seine Frau (54) bei Arbeiten am Silo ihres Anwesens bei Bad Radkersburg ums Leben gekommen. Die Bäuerin hatte noch ihren Sohn und ihre Tochter telefonisch verständigen können, wie die Polizei mitteilte. Als sie ihre Eltern retten wollten, erlitt auch die Tochter (31) eine Gärgasvergiftung. Der Sohn und ein Rotkreuzhelfer öffneten die seitlichen Entnahmeöffnungen am Silo und so konnten zusammen mit der alarmierten Feuerwehr, die mit schwerem Atemschutz in den Silo einstieg, die Verunglückten geborgen werden. Für die Eltern kam jede Hilfe zu spät.

Der pensionierte Landwirt und seine Frau hatten schon den ganzen Tag lang auf ihrem Anwesen in einem zehn Meter hohen Silo u.a. mit einer Maschine Maismus-Arbeiten durchgeführt. Der Silo wurde etwa bis zur Hälfte gefüllt, so die Polizei. Dann hatte der Bauer aber offenbar die Maschine abgestellt, wodurch eine Belüftung nicht mehr gegeben gewesen sein dürfte.

Die Ehefrau hatte ihren Mann dann offenbar leblos im Silo gefunden, Sohn und Tochter angerufen - „Der Vater liegt im Sterben“ - und war dann wohl selbst in den Silo gestiegen, um ihrem Mann zu helfen. Dabei hatte auch sie das Bewusstsein verloren - der wenig später eintreffenden Tochter dürfte es ebenso ergangen sein.

Der 30-jährige Sohn konnte seine Eltern und die Schwester nicht mehr allein bergen. Als ein Rotkreuzhelfer eintraf, gelang es nach Öffnen der seitlichen Entnahmeöffnungen am Silo die Verunglückten zu bergen. Zwei Notarztteams und weitere Rettungsteams starteten Reanimationsmaßnahmen.

Die 31-Jährige konnte reanimiert werden und wurde mittels Rettungshubschrauber in das LKH Graz geflogen. Beim 63-Jährigen und der 54-Jährigen stellte der Arzt Tod durch Ersticken an Gärgas fest. Das Kriseninterventionsteam des Landes Steiermark war mit drei Mitarbeitern im Einsatz, um die Angehörigen zu betreuen. (APA)

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