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Warten auf das Killerbeben: Japaner proben den Ernstfall

Die Folgen der schweren Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe sind in Japan noch deutlich sichtbar, da probt das Land den nächsten Ernstfall. Bei landesweiten Katastrophenschutzübungen wurde ein «Killerbeben» der Stärke 9,1 angenommen - wann es kommt, weiß niemand.

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Tokio – Japan hat am 90. Jahrestag der Erdbebenkatastrophe vom 1. September 1923 bei landesweiten Katastrophenschutzübungen den Ernstfall geprobt. «Ergreift unverzüglich Maßnahmen, um Leben zu retten», rief Ministerpräsident Shinzo Abe am Sonntag den Rettungskräften zu. Erstmals seit der schweren Tsunami- und Atomkatastrophe vor mehr als zweieinhalb Jahren nahm auch die Provinz Fukushima an den jährlichen Großübungen teil, meldete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press. Dort war es in Folge eines Erdbebens der Stärke 9,0 und des Tsumamis vom 11. März 2011, bei dem rund 20.000 Menschen starben, zum Gau im AKW Fukushima Daiichi gekommen.

Diese Katastrophe hatte den Japanern einmal mehr die permanente Erdbebengefahr auf schrecklich Weise vor Augen geführt. Am 1. September 1923 waren sogar 145.000 Menschen in ihren Häusern ums Leben gekommen, als ein Erdbeben der Stärke 7,9 die japanische Hauptstadt Tokio und weite Teile im nahen Yokohama in Schutt und Asche legte. Zum Jahrestag des sogenannten Kanto-Bebens finden alljährlich in Japan großangelegte Katastrophenschutzübungen statt.

Bei den diesjährigen Übungen wurde ein Erdbeben vor der Pazifikküste Zentral- und Westjapans der Stärke 9,1, also etwa der gleichen Stärke des Bebens von vor zweieinhalb Jahren, angenommen. Mit einem solchen Beben im Nankai-Trog, einer der aktivsten Erdbebenzonen weltweit, rechnen Experten innerhalb der nächsten 30 Jahre. Nach dem schlimmsten angenommenen Szenario der Regierung in Tokio werden dabei schätzungsweise bis zu 323.000 Menschen ums Leben kommen.

Trotzdem versucht die Regierung Abe, so bald wie möglich die ersten seit Fukushima abgeschalteten Atomkraftwerke wieder hochzufahren. Währenddessen ist die Lage in dem vom Erdbeben und Tsunami zerstörten AKW Fukushima Daiichi weiterhin prekär. Nach einem schweren Leck in einem Tank für hochgradig verstrahltes Wasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren stellte der Betreiberkonzern Tepco inzwischen an drei weiteren Tanks hohe Konzentrationen von Radioaktivität fest. Möglicherweise seien weitere Lecks aufgetreten. Die Tanks bestehen aus mit Schrauben zusammengehaltenen Stahlplatten.

Japan gehört zu den am stärksten von Erdbeben bedrohten Gebieten der Welt. Rund 20 Prozent aller weltweiten Erdbeben der Stärke 6 oder höher ereignen sich in Japan. Durch die tektonische Beschaffenheit des Landes gibt es praktisch keinen Ort in Japan, der nicht potenziell von einem verheerenden Beben betroffen sein könnte. (dpa)

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