10.02.2012
Innsbruck

Bär ohne Sender, Wolf auf Achse

Der „Ultner Bär“ hat sein Halsband verloren, Wolf „Slavko“ setzt seine Wanderschaft samt Sender fort.

Bozen, Ulten – Gar nicht bärig: Das Halsband ist weg. Der Problembär, der im Oktober in Ulten gefangen und mit einem Peilsender ausgestattet wurde, ist wieder ohne Beobachtung unterwegs.

Am Mittwoch fanden Mitarbeiter des Landesamts für Jagd und Fischerei den GPS-Sender. Durch einen technischen Defekt habe sich das Halsband gelöst, erklären die Experten. „Sollte es in nächster Zeit zu Problemen mit dem Bären kommen, werden wir ihn wieder einfangen“, versichern die Verantwortlichen im zuständigen Amt. Immerhin drei Monate lang wurde jeder Weg des Bären, der nicht wie erwartet in Winterruhe, sondern auch Ende Jänner aktiv auf Nahrungssuche war, via Peilsender mitverfolgt. Neu war für die Bärenexperten, dass Meister Petz keineswegs allein, sondern in Begleitung eines zweiten, kleineren Bären unterwegs war: „Normalerweise sind die Tiere Einzelgänger, die nur im Frühjahr zu Paarungszeiten und bei der Aufzucht der Jungbären gesellig sind.“ Insgesamt bewegte sich das Tier innerhalb der vergangenen drei Monate auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern.

Einen beeindruckenden Wanderweg legt derzeit auch ein Wolf zurück, der ebenfalls mit einem Sender ausgestattet wurde. Der drei Jahre alte Rüde „Slavko“ marschierte im vergangenen Herbst von seiner Heimat Slowenien aus los. Seine Reise führte ihn dann über Kärnten, Salzburg und wieder Kärnten bis nach Osttirol. Vor wenigen Tagen wechselte er nach Südtirol. In einer Nacht schaffte das Tier einmal mehr als 50 Kilometer. Die letzten Sendedaten zeigen ihn im Pustertal.

Der Kärntner Bärenbeauftragte Bernhard Gutleb beobachtet die Reise des Wolfes genau: „Ich vermute, dass er nicht den Weg nach Nordtirol einschlägt. Dort dürfte ihm dann doch zu viel Schnee liegen“, sagt Gutleb. Eine kompakte Schneedecke, die ihn trägt und nicht zu hoch ist, möge er: „Dann bricht er nicht ein und kann toll jagen. Die Verhältnisse in Nordtirol dürften ihm nicht liegen.“

Auch Nordtirols Tierschutzbeauftragter Martin Janovsky sieht derzeit keinen Hinweis auf eine neue Route Richtung Norden. „Aber sollte er doch kommen, ist das kein Problem. Er hat schließlich noch keinen Schaden angerichtet.“ (chris, kaz)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 10.02.2012
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