Zustand von Prinz Friso weiter unverändert, Familie am Krankenbett
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Die niederländische Kronprinz Willem-Alexander besuchte am Sonntagabend seinen schwer verletzten Bruder in der Klinik.
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Innsbruck/Lech/Den Haag - Keine Ende im Bangen um den niederländischen Prinzen Johan Friso. Der 43-Jährige war Freitagmittag in Lech am Arlberg beim Skifahren im freien Gelände von einer Lawine etwa 20 Minuten verschüttet worden und nach Reanimation in die Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik eingeliefert worden. „Die Situation von Prinz Johan Friso ist unverändert. Sein Zustand ist stabil. Er ist weiterhin in Lebensgefahr“, stellte die Presseabteilung der niederländischen Regierung Sonntagnachmittag fest.
„Eine Prognose wird man wohl nicht vor einigen Tagen abgeben können“, hieß es laut niederländischer Nachrichtenagentur ANP in der aktuellen Mitteilung weiter. Es gab widersprüchliche Medienmeldungen bezüglich eines eventuellen Eingriffs zum Anlegen einer Hirndrucksonde, um einer Gehirnschwellung bzw. deren Folgen vorzubeugen.
Auch Willem-Alexander in Innsbruck
Die niederländische Königin Beatrix und Johan Frisos Frau Mabel waren Sonntagmittag erneut an der Innsbrucker Universitätsklinik eingetroffen, um den verunglückten Prinzen an der Intensivstation zu besuchen. Die beiden Frauen waren schwarz gekleidet und passierten die wartenden Journalisten, ohne ein Statement abzugeben. Am Abend besuchte dann auch Kronprinz Willem-Alexander seinen schwer verletzen Bruder in der Klinik. Die Familie - Königin Beatrix sowie Johan Frisos Brüder Willem-Alexander und Constantijn mit ihren Gattinnen und Kindern - wohnt weiter in Lech.
Johan Friso war Freitagmittag beim Skifahren in Lech im Bereich Litzen in Richtung Zugertobel von einer Lawine verschüttet worden. Er lag etwa 20 Minuten etwa 40 Zentimeter unter dem Schnee, bevor er gefunden und reanimiert werden konnte. Der Verunglückte kam unmittelbar darauf per Notarzthubschrauber in die Universitätsklinik nach Innsbruck, wo er in der Intensivstation von Spezialisten betreut wurde.
Nach dem Lawinenunglück ermittelt die Staatsanwaltschaft Feldkirch wegen „fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen“. Es handle sich vorerst um eine routinemäßige Untersuchung, wie sie nach jedem Unfall vorgenommen werde, erklärte die Sicherheitsdirektion Vorarlberg am Samstag auf APA-Anfrage. Wie bzw. von wem das Schneebrett ausgelöst wurde, war vorerst unklar. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte in Lech Lawinenwarnstufe 4 - „groß“ - auf der fünfteiligen Skala. Laut dem Lagebericht der Vorarlberger Landeswarnzentrale konnten Lawinen damit bereits durch geringe Zusatzbelastungen, etwa schon durch einzelne Wintersportler, ausgelöst werden.
Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, schätzte am Samstag den Hang, in dem sich das Lawinenunglück mit dem niederländischen Prinzen ereignete, als gefährlich ein. „Der Hang ist ‚heiß‘, es ist eine kurze, steile Böschung“, sagte er. Jemandem die Schuld für den Lawinenabgang zuzuweisen, „wäre völlig falsch“, so Manhart. Die Entscheidung, im freien Skigelände in einen Hang einzufahren, liege bei jedem Einzelnen. „Der Prinz war so oft in Lech, der weiß genau, was er macht“, meinte Manhart, der für einen großen Teil des gesicherten Lecher Skigebiets die Verantwortung trägt. (TT.com, APA)
aktualisiert: Fr, 24.02.2012 11:07



