Über das Ziel hinausgenarrt
Von Miriam Hotter Innsbruck – Farbenfrohe Narren in der Maria-Theresien-Straße, in der Trompeten, Trommeln und wummernde Bassboxen widerhallten. Am Faschingdienstag wurde die Innenstadt Innsbrucks zum Schauplatz der Kostümierten und der zahlreichen Schaulustigen. Und auch Petrus dürfte wohl ein Faschingsfan sein, schickte er doch strahlenden Sonnenschein.
Den fröhlichen Auftakt übernahm die Faschingsgilde „Koatlackn“ im Stadtteil St. Nikolaus. Die „Village People“ sorgten mit lustigen Kostümen und Tänzen für schallendes Gelächter auf dem Hans-Brenner-Platz. Bei der Musik der Hobbyband Tirolinstones dauerte es nicht lange, bis die ersten Besucher das Tanzbein schwangen. Einiges gefallen lassen mussten sich die „Prominenten“ aus St. Nikolaus. Die Faschingsgilde nahm sie in Faschingsmanier aufs Korn. Dazwischen immer wieder der Ruf „Ziwui, ziwui“.
Der Andrang auf die Stände der Kinderfreunde in der Altstadt, die die Gesichter der Kinder bunt bemalten, war groß. Genauso groß war die Freude beim anschließenden Blick in den Spiegel, als plötzlich ein Schmetterling, eine Maus, eine Katze oder ein Tiger statt dem vertrauten Spiegelbild zu sehen war.
Nach dem Motto „Hauptsache auffallen“ ging das bunte Treiben in der Maria-Theresien-Straße weiter. Dort wurde so mancher Kostümierter mit Bewunderung, manchmal aber auch mit etwas Verwunderung, gemustert.
Der Blick auf den Boden voller leerer Bierdosen und Glasflaschen verriet, dass der Fasching für viele ein feucht-fröhlicher Grund zum Feiern war. Wer den Vorrat an gekauften Alkoholflaschen schon aufgebraucht hatte, musste nicht lange auf dem Trockenen sitzen. Eine Gruppe junger Burschen hatte ein kleines „Feuerwehrauto“ aus Pappkarton gebastelt. Ihre Mission: durstige Besucher mit Alkohol versorgen.
Dass am Faschingdienstag generell zu viel Alkohol konsumiert wurde, bestätigten die Zahlen am Nachmittag. Laut Stefan Zumtobel, Einsatzleiter des Roten Kreuzes, mussten sechs Jugendliche ins Krankenhaus gebracht werden. „Alle sechs Jugendlichen waren unter 16 Jahre alt und dazu stark alkoholisiert.“ Einerseits mussten sie wegen des hohen Alkoholspiegels im Blut versorgt werden, andererseits verletzten sich manche bei Stürzen. Einer der Betrunkenen fiel auf den Hinterkopf. „Eine ambulante Versorgung der Jugendlichen vor Ort reichte nicht aus. Wir mussten sie alle in die Klinik bringen“, so Zumtobel, der bis Redaktionsschluss in Summe 15 Alk-Einsätze vermelden musste. Drei weiterere Patienten wurde in die Klinik eingeliefert. Auch der Leiter der städtischen Überwachungsgruppe, Elmar Rizzoli, bestätigte, dass heuer relativ viele Betrunkene auf der Faschingsparty in der Maria-Theresien-Straße unterwegs waren.
aktualisiert: Mi, 22.02.2012 06:54




