11.05.2012, 07:07  Aktualisiert: 11.05.2012, 10:59 
Wissen

Weltuntergang muss warten: Ältester Maya-Kalender entdeckt

In Guatemala entdeckten Forscher einen uralten Kalender. Der sagt voraus, dass die Welt noch Tausende Jahre bestehen wird.
Neben Wandbildern fanden die Archäologen auch Zahlenreihen, die auf Zeiteinheiten hindeuten, mit denen die Maya rechneten.
Foto: REUTERS

Washington - Eigentlich sollte die Welt am 21. Dezember 2012 untergehen - zumindest, wenn man den Vorhersagen eines Maya-Kalenders glaubte. Doch mit dem Fund eines älteren Exemplars kann die Menschheit aufatmen: Nach den Voraussagen wird auch in 5200 Jahren die Welt noch so sein, wie sie ist.

Den mit weitem Abstand ältesten Kalender der Maya haben amerikanische Forscher in Guatemala entdeckt. Das astronomische Zahlenwerk ist nach Angaben der Experten von verschiedenen US-Universitäten 1200 Jahre alt. Damit sind sie vier Jahrhunderte älter als die Kalender, die bislang als die ersten der Maya galten. Die Aufzeichnungen wurden an den Wänden eines Gebäudes in der Ruinenstadt Xultún im Norden Guatemalas entdeckt.

Wand wie eine Tafel benutzt

Viele der Inschriften wurden von Plünderern beschädigt, aber eine Reihe von Aufzeichnungen sei noch erkennbar, hieß es. So wurden Berechnungen der Mondphasen entdeckt. Andere erscheinen rätselhafter, scheinen aber mit Mars, Merkur und wohl Venus zu tun zu haben.

Die Inschriften sind nur Millimeter groß und in rot und schwarz gehalten. Derartige Hieroglyphen seien noch nie gesehen worden. Dem Archäologen William Saturno von der Boston University zufolge soll es sich um verschiedene Kalendersysteme der Maya handeln: Dem zeremoniellen Kalender mit 260 Tagen, dem Sonnenkalender mit 365 Tagen und sogar Kalender nach Venus und Mars mit 584 und 780 Tagen.

„Wir sehen zum ersten Mal so etwas wie die Aufzeichnungen eines Schreibers, dessen Aufgabe es offenbar war, für die Maya-Siedlung solche Daten festzuhalten“, sagte Saturno. Er habe einfach alles an die Wand geschrieben: „Er nutzte sie wie eine Tafel.“

Kein Hinweis auf Weltuntergang

Die überwucherten Strukturen in dem Gebäude waren schon vor zwei Jahren entdeckt worden - von einem Studenten Saturnos, der den Pfaden von Plünderern gefolgt war. Mit Unterstützung der National Geographic Society kehrte der junge Mann mit seinem Professor und anderen Wissenschaftlern zurück und legte die Hieroglyphen frei. Die Ruinenstadt selbst war schon vor 100 Jahren entdeckt worden. Einst lebten hier Zehntausende Menschen.

Entgegen dem allgemeinen Glauben fand sich den Forschern zufolge allerdings kein Hinweis darauf, dass im Jahr 2012 die Welt untergeht. „Die alten Maya sagten voraus, dass die Welt fortbestehen und in 7000 Jahren alles noch genau sein wird wie damals“, erklärte Saturno.

Die Studie erscheint in der jüngsten Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins „Science“ sowie in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „National Geographic“. (tt.com, APA/AFP, dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 11.05.2012  07:07
aktualisiert: Fr, 11.05.2012  10:59
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