13.05.2012
Mix

3120 Stadtläufer trotzen dem Regen

Beim 28. Innsbrucker Sparkasse Stadtlauf wurde die 3000er-Schallmauer durchbrochen. Das Wetter konnte die Wenigsten bremsen.

Von Florian Madl

Innsbruck – Als Stadtlauf-Organisator Michael Wanivenhaus am gestrigen Morgen aufwachte, erwies sich die Wetterprognose vom Vortag als erschreckend präzise. „Kalt, nass – ich ging davon aus, dass viele ihre Laufschuhe zuhause lassen würden.“ Mit den ersten Sonnenstrahlen stieg die Stimmung im Lager der 200 Freiwilligen, wenig später jene unter den 1200 teilnehmenden Kindern. Nichts bis auf die Wolken schien diesen Nachmittag trüben zu können. Und die Angst, dass viele dem Lauf fernbleiben würden, stellte sich als unbegründet heraus. „Ehren­sache“, meinte einer, der sich kurz vor Beginn des Hauptlaufs im Nieselregen aufwärmte.

1900 Starter füllten schließlich den Block in der Maria-Theresien-Straße, der Rekord mit 3120 war amtlich. Im Zentrum des Rennens stand eine Handvoll Kenianer, die selbst die Stadtlauf-Organisatoren erst auf der Startliste entdeckt hatten. Das Anwerben von Topathleten ist in Innsbruck seit je her verpönt. Und der SSV Ulm (GER), Ex-Verein von 5000-m-Olympiasieger Dieter Baumann, hatte diesbezüglich auch gar keine Absicht: „Der Verein hilft den Sportlern und versorgt sie“, erzählt Michael Wanivenhaus. Ostafrikanische Sportler, die von Managern mitunter nur geringfügig an Einnahmen aus ihren Erfolgen beteiligt würden, kämen so in den Genuss des gesamten Preisgelds. Der gestrige Sieger Ben Masai (29:02 Min.) verdiente 300 Euro, der Zweitplatzierte Titus Kipchumba Kosgei (29:10) kam auf 200. Die Leistungen der anderen standen in ihrem Schatten: Der Südtiroler Edi Lahner (30:23) passierte die Ziellinie als Vierter, Lokalmatador Simon Lechleitner (31:03) kam als Fünfter ins Ziel.

Nicht anders das Bild bei den Frauen, wo die ebenfalls für den SSV Ulm startende Ednah Kimaiyo (KEN) in 32:32 Min. vor der Südtirolerin Renate Rungger (33:14) und der besten Nordtirolerin, Karin Freitag (Hollands Topsport Ascis/35:17), ins Ziel kam. Allesamt Topzeiten, die auf die neue weil geradlinige Streckenführung zurückzuführen sind. Verbesserungen? 2013 soll mehr Platz für die Laufgemeinde geschaffen werden. „Und mit dem Wettergott werde ich auch noch verhandeln“, hielt OK-Chef Wanivenhaus fest.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 13.05.2012
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