Christopher Street Day färbte das graue Innsbruck bunt
|
Vom Hafen in den Rapoldipark: In Innsbruck wurde am Samstag der Christopher Street Day mit einer Parade und einem Fest begangen.
Foto: Darnhofer
|
||
Am Sonntag wird das CSD Weekend von 13 bis 17 Uhr bei Kaffee und Kuchen mit den Grünen Andersrum Tirol im Waltherpark verabschiedet (bei Schlechtwetter im Grünen Büro in der Museumsstraße).
Mehr Informationen zum CSD Innsbruck finden Sie unter www.csd-innsbruck.at
Von Deborah Darnhofer
Innsbruck – „Macht Innsbruck bunter“, dem Aufruf der Veranstalter folgten am heutigen Samstag zahlreiche Menschen. Trotz Regenwetters marschierten die Teilnehmer anlässlich des Christopher Street Days durch die Tiroler Landeshauptstadt, um ein Zeichen gegen die Diskriminierung Homo- und Bisexueller sowie Transgender zu setzen. „Wir wollen auf das Thema aufmerksam machen und zeigen, dass wir da sind“, so zwei Demonstrantinnen.
Beim Gang durch die Museumsstraße folgten Einheimische und Touristen dem bunten und lauten Treiben, zückten Kameras und jubelten dem Umzug zu. Angeführt von Tirols einziger Dragqueen, Vanessa Community, und den queeren Nonnen aus Deutschland trotzten Dutzende Menschen dem Regen. Begleitet von der Trommlergruppe Mais Uma, Wägen und Motorrädern zogen sie vom Veranstaltungszentrum Hafen zum Rapoldipark.
„Die Stimmung ist super“, das war die einhellige Meinung. Robert und Veronika von Libertine Vienna waren extra für die Parade aus Wien angereist und nahmen mit einem Gespann, gezogen von Veronika, an der Parade teil. „Es ist ein wichtiges Signal für Vielfalt“, erklärte Robert. „Wir wollen den Leuten einfach ein schönes Bild vermitteln“, ergänzte Veronika.
Nicht nur aus Tirol und dem Rest Österreichs waren Aktivisten gekommen, das soziale Team des Münchner Lederklubs beteiligte sich ebenfalls. „Es ist charmant, so ursprünglich, hier fühlt man sich noch als Demonstrant“, meinte Klub-Präsident Mike. München sei bereits weltoffener, ein Zeichen müsse man da und dort aber immer noch setzen.
Mitveranstalter Markus Aigner von der Homosexuellen Initiative Tirol (Hosi) zeigte sich nach der Parade zufrieden. „Der Umzug verlief sehr gut. Wir möchten einfach zeigen, dass es uns auch gibt und dass wir normale Menschen sind.“
Mit dem CSD wird Freude am Leben und der Verzicht von Diskriminierung demonstriert, schilderte Markus. Der gebürtige Deutsche lebt seit vier Jahren in Tirol und beteiligte sich mit bunten Luftballonen an der Parade. „Es zeigt, dass wir da sind, Teil der Gesellschaft. Wir feiern heute auch die Errungenschaften, die die schwulen Bewegung bereits zustande gebracht hat.“
Das Ende der Parade wurde im Rapoldipark gefeiert. Dort fand seit den Nachmittagsstunden ein Fest der Vielfalt mit Informations- und Gastronomieständen sowie Live-Musikacts statt. Auch Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer besuchte die Veranstaltung. Am Abend wurde mit der Queerattack im Hafen weitergefeiert.
„Innsbruck ist sehr konservativ und verschlossen, ich will Innsbruck bunter machen und aufgeschlossener“, erklärte Vanessa Community, Dragqueen aus Inzing und Botschafterin der Aids-Hilfe Tirol. „Ich bin sehr bunt und schrill, tu aber keinem was“, fügte sie augenzwinkernd hinzu.
Im Laufe des Samstagnachmittages waren die grauen Wolken schließlich den Regenbogen-Fahnen des Christopher Street Days gewichen. Mit einem bunten Fest und einer lauten Parade durch die Stadt wurde ein kräftiges Zeichen gesetzt für die Vielfalt der Gesellschaft und gegen die Ausgrenzung.
aktualisiert: So, 10.06.2012 10:30




