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FIFA zu voreilig

Bitter! Ibrahimovic steht nicht auf der Liste für das „Tor des Jahres“

Der Schwede erzielte sein Traumtor ein paar Stunden zu spät, steht nicht auf der Liste der Anwärter für den Puskas-Preis 2012.

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Solna – Dieses Kunststück geht um die Welt. „Ibracadabra. Was war denn das für ein Tor?!“ Nach dem einzigartigen Treffer von Zlatan Ibrahimovic sprach die Zeitung „Tuttosport“ den verblüfften Fußball-Fans aus der Seele. Mit seinem Wahnsinns- Fallrückzieher beim 4:2 (1:2)-Sieg über England vom Mittwochabend hatte der Schwede rund um den Globus für Verzückung gesorgt. Ibrahimovic‘ halsbrecherische Luftnummer lief in allen TV-Sportsendungen rauf und runter, Millionen klickten sie bei Youtube an, in den Sozialen Netzwerken fragten sich Fans, Experten und Profis: War dies das schönste Tor aller Zeiten?

„Manchmal muss man sich vor so einer Leistung einfach verbeugen“, betonte Steven Gerrard. Der englische Routinier darf damit prahlen, bei dem „großen Moment der Fußballgeschichte“ („lefigaro.fr“) live dabei gewesen zu sein. „Das war das beste Tor, das ich je gesehen habe“, lobte der Liverpool-Profi nach seinem 100. Länderspiel. Für das Jubiläum interessierte sich an dem Abend freilich niemand mehr.

Es war die magische Nacht des Zlatan Ibrahimovic, der selbst beim Stand von 3:2 in der 90. Minute - nach dreien seiner Tore, versteht sich - noch einen draufsetzte: Als Englands Torhüter Joe Hart einen Ball außerhalb des Strafraums mit dem Kopf klärte, war Ibrahimovic zur Stelle und beförderte die Kugel trotz seiner 1,92 Meter Körpergröße akrobatisch aus rund 25 Metern ins Tor.

„Es hat Spaß gemacht, den Zuschauern etwas zu bieten, aber es ist schwer zu beschreiben, was ich dabei gefühlt habe. Es hat einfach Spaß gemacht“, sagte der Star-Torjäger von Paris St. Germain, dessen Treffer viele künftig in einem Atemzug mit den Toren Maradonas bei der WM 1986 oder Marco van Bastens bei der EM 1988 nennen werden.

Dass der „historische Ibra“ („Gazzetta dello Sport“) nach seinem „Tor des Jahrzehnts“ („lemonde.fr“) aber nicht mit dem FIFA-Preis für den schönsten Treffer 2012 geehrt werden dürfte, liegt an der jüngst abgelaufenen Kandidaten-Deadline. Wenige Stunden vor dem Spiel der Schweden im neuen Stockholmer Nationalstadion „Friends Arena“ hatte der Weltverband die Liste mit den zehn Anwärtern auf den Puskás-Preis vorgestellt. „Ich habe gesehen, dass ich nicht dabei war, und das Problem musste ich lösen“, witzelte Ibrahimovic nach seiner Gala. (dpa)

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