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Bundesheer

Tiroler SP sagt „Ja“ zu Berufsheer, Gegner liefern Werbespot

Norbert Darabos konnte sich auf seinem Tirol-Besuch der Unterstützung der Landes-SPÖ sicher sein - beim Koalitionspartner ist die Frage des Berufsheers hingegen ein rotes Tuch.

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Wien – Von der Tiroler SPÖ kommt ein ganz klares „Ja“ zum Berufsheer. Dies erklärte Landeshauptmannstellvertreter Gerhard Reheis (SPÖ) am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Innsbruck anlässlich der bevorstehenden Volksbefragung. Der ebenfalls anwesende Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) griff das vielfach von der ÖVP angesprochene Thema des Katastrophenschutzes auf und betonte, dass „ein Profiheer eine deutliche Stärkung des Katastrophenschutzes in Tirol mit sich bringen würde“.

„In dem von mir vorgeschlagenen System würden ständig 23.000 Soldaten für den Katastrophenschutz zur Verfügung stehen“, sagte der Verteidigungsminister. „Mit dieser Anzahl sind wir auch für Jahrhundertereignisse bestens gerüstet“, fügte er hinzu. Für den Katastrophenschutz würde laut Darabos demnach die gleiche Mannstärke, jedoch mit besserer Ausbildung zur Verfügung stehen.

Werbefilm der Wehrpflicht-Befürworter

Ebenfalls den Katastrophenschutz zum Thema hat ein Werbefilm der Pro-Wehrpflicht-Gruppe „Einsatz für Österreich“, der heute im Beisein des Außenministers Michael Spindelegger (ÖVP) vom Pro-Wehrpflicht-Komitee präsentiert wurde. Ex-Radprofi Franz Stocher behauptete dabei, dass der Katastrophenschutz und der Zivildienst mit den SPÖ-Modellen nicht mehr durchführbar wären.

Der VP-Chef bezeichnete dabei das Wehrpflichtigen-Heer als „Sicherheitsschule der Republik“ und den Zivildienst als „Schule der Solidarität“. Beide seien unverzichtbar und sollten nicht „aus tagespolitischer Beliebigkeit über Bord geworfen werden“, warnte Spindelegger.

Gleichzeitig blieben die Gegner Reformvorschläge schuldig. VP-Chef Spindelegger erklärte lediglich, dass es ein „Skandal“ sei, dass Darabos seit sechs Jahren als Minister untätig gewesen sei und den Grundwehrdienst nicht reformiert habe. Darabos brauche sich nicht darüber zu beklagen, dass der Grundwehrdienst nicht attraktiv sei, es wäre nämlich seine Aufgabe gewesen, das zu ändern, so Spindelegger. (tt.com, APA)

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