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Neue Single zum 66.

Das völlig unerwartete Comeback von David Bowie

David Bowie hat es mal wieder geschafft, alle zu überraschen. Zu seinem 66. Geburtstag hat die Poplegende unerwartet eine neue Single herausgebracht. Sie dreht sich um Berlin. Ein Album folgt im März.

Von Britta Gürke

Wien, London – Nach jahrelanger musikalischer Pause hat der britische Musik-Veteran David Bowie überraschend eine neue Single herausgebracht. In deren Mittelpunkt steht Berlin. Anlässlich seines 66. Geburtstags an diesem Dienstag (8.1.) veröffentlichte Bowie über die Plattform iTunes den Song „Where are we now?“, wie er auf seiner Internetseite bekanntgab. Das Stück und das dazugehörige Video drehen sich um Berlin, wo Bowie in den 1970er Jahre Teile seiner bekanntesten und bis heute als revolutionär geltenden Musik produziert hat. Im März soll sein neuer Longplayer „The Next Day“ folgen – Bowies 25. (!) Album mit 14 Songs (in der Deluxe-Variante mit 17 Songs), das erste seit einer Dekade.

Die Single wurde von Bowies langjährigem Wegbegleiter Tony Visconti produziert, der auch schon an Bowies Kult-Album „Space Oddity“ beteiligt war. Unter anderem singt er in der melancholischen Ballade vom Potsdamer Platz, der Bösebrücke und dem KaDeWe. Im Video zeigt er schwarz-weiß-Bilder des Reichstags, des Friedensengels und der Mauer. Bowie hatte in Berlin unter anderem das Erfolgsalbum „Heroes“ geschrieben.

Kein Live-Auftritt mehr seit sechs Jahren

Der Brite ist seit sechs Jahren nicht mehr live aufgetreten und hat sich in dieser Zeit auch sonst kaum öffentlich gezeigt. Spekulationen über eine mögliche Erkrankung hatte ein Sprecher aber stets dementiert. Zu seinem Privatleben hält sich Bowie extrem bedeckt. Zuletzt hieß es, er lebe mit seiner Frau, einem somalischen Model, und der gemeinsamen Tochter in New York. Sein letztes Album „Reality“ war 2003 erschienen.

„Die Industrie-Tretmühle zu vermeiden, ist die Art von David Bowie“, sagte sein Pressesprecher mit Blick auf die überaschende Veröffentlichung. Er sei „die Art von Künstler, die schreiben, was sie wollen, und auftreten, wann sie wollen“. Medienberichten zufolge hatte Bowie einen Auftritt bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in London abgelehnt, obwohl ihn Regisseur Danny Boyle geradezu angebettelt haben soll.

Weltruhm als Major Tom

Bowie hatte vor allem in den 1970er Jahren als androgyner, immer wieder in andere Rollen schlüpfender Ausnahmemusiker für Furore gesorgt. Er schien Musiktrends vorauszusehen oder aber machte einfach sein eigenes Ding.

Die Figur Major Tom und das Album „Space Oddity“ verschafften ihm 1969 Weltruhm, es folgten mittlerweile zu Kultalben avancierte Popgeschichten wie „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“. In den 1980er Jahren hatte er dann massentaugliche Hits wie „Let‘s Dance“. Auch als Maler und Schauspieler versuchte sich Bowie.

Fans von Bowie zeigten sich im Internet begeistert über den Song. „Habe gerade David Bowies neue Single gekauft“ schrieb Boy George beim Interndetdienst Twitter. „Absolut super. Ein neues Album kommt. Bin überglücklich“. Im März wird im Londoner Victoria und Albert Museum eine große Retrospektive zu Bowie eröffnet, an der der Künstler nach eigener Aussage aber nicht mitgearbeitet hat. (dpa)