10.01.2013, 09:03  Aktualisiert: 10.01.2013, 09:10 
Naher Osten

Jerusalem versinkt im Schnee, Schmugglertunnel unter Wasser

Jerusalem erwachte heute unter einer dicken Schneedecke. Der gesamte Nahe Osten leidet derzeit unter Kälte und Schnee. Weiter südlich wurden nach schweren Regenfällen mehrere Schmugglertunnel zwischen Ägypten und Palästina überschwemmt.
Fotos aus dem verschneiten Jerusalem.
Foto: REUTERS

Jerusalem – Jerusalem ist am Donnerstag unter einer dicken Schneedecke erwacht. Auf den Straßen der Stadt gab es starke Behinderungen, die Behörden riefen die Bewohner auf, möglichst nicht mit dem Auto zu fahren. Die Hauptverbindungsstraße aus der Mittelmeermetropole Tel Aviv war nur bis kurz vor Jerusalem befahrbar. Auch im Norden Israels waren viele Straßen für den Verkehr gesperrt. Nach Angaben des Wetterdiensts sollte es bis zum Nachmittag schneien.

In Jerusalem und den Vororten blieben am Donnerstag die Schulen geschlossen. Dasselbe galt für die jüdischen Siedlungen im Westjordanland, für Galiläa in Nordisrael sowie für die von Israel annektierten Golan-Höhen. Etwa 20.000 Haushalte waren ohne Strom, betroffen waren vor allem Jerusalem und Tel Aviv. Dies seien aber nur Einzelfälle, erklärte die Versorgergesellschaft. Rund 99 Prozent der Haushalte hätten Strom.

Jahrhundertsturm

Zuvor hatten heftige Winde in Israel schwere Schäden angerichtet. In den Medien war die Rede von einem Jahrhundertsturm, der auch Einbußen für die Wirtschaft bedeute, weil viele Menschen lieber zu Hause blieben.

Der gesamte Nahe Osten leidet derzeit unter Kälte, starkem Regen und Überschwemmungen. Insgesamt kamen seit Sonntag mindestens elf Menschen ums Leben – fünf im Westjordanland sowie je drei im Libanon und in Israel. Im Westjordanland sorgten Starkregen, Hagel und Schnee für Chaos. In Rafah im Süden des Gazastreifens wurden am Mittwoch die Bewohner von 25 überschwemmten Häusern in Sicherheit gebracht.

Verletzt im Schmugglertunnel

Die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage haben auch mehrere Schmugglertunnel zwischen Ägypten und dem palästinensischen Gazastreifen zum Einsturz gebracht. Aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Grenzstadt Rafah hieß es am Donnerstag, mehrere Dutzend Tunnel seien vollgelaufen. Die Waren, die darin lagerten, seien zerstört worden. Mehrere Palästinenser, die in den Tunneln arbeiteten, wurden den Angaben zufolge verletzt.

Der Transport von Waren durch Tunnel in das palästinensische Gebiet ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Einwohner von Rafah. Seit Anfang dieser Woche wird Ägypten von einer Kältewelle heimgesucht. Auf der Sinai-Halbinsel fiel so viel Regen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Katharinenkloster schneite ein. (tt.com, APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 10.01.2013  09:03
aktualisiert: Do, 10.01.2013  09:10
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