28.01.2013, 13:10  Aktualisiert: 28.01.2013, 16:35 
Forschung

Orion-Raumkapsel bringt Astronauten weiter denn je

Die US-Raumkapsel Orion wird die Nachfolge der Space Shuttles antreten. In ihr sollen Astronauten zudem weiter denn je ins All vorstoßen können. Bei dem bedeutenden Programm ist Europa mit an Bord. Die Esa wird das Orion-Antriebsmodul liefern.

Köln – Die Europäische Weltraumorganisation Esa wird ein Antriebsmodul für die US-Raumkapsel Orion beisteuern, die Astronauten einst weiter denn je ins Weltall hinaustragen soll. Diese Kooperation der Esa und der US-Raumfahrtbehörde Nasa sei ein bedeutender Schritt für Europa, sagte der deutsche Astronaut Reinhold Ewald am Montag in Köln. „Wir haben ja kein eigenes bemanntes Raumfahrzeug“. Als Test sei zunächst für 2017 eine erste Orion-Mission als unbemannter Mond-Vorbeiflug geplant, erklärte Ewald. 2020 oder 2021 solle dann ein bemannter Flug den Mond umkreisen.

„Mit dem Abkommen ist der Esa jetzt ein Einstieg in dieses Programm gelungen“, betonte Ewald, der 1997 drei Wochen auf der russischen Raumstation Mir gearbeitet hatte. Die Orion-Raumkapsel soll die Nachfolge der Space Shuttles antreten. Das Vehikel werde zum Mond oder zu Asteroiden fliegen und Astronauten weit über die ISS hinaus ins All bringen. Das dafür nötige Esa-Antriebsmodul soll auf der Technologie des derzeitigen europäischen Transferverhikels ATV basieren, das die Internationale Raumstation ISS schon seit 2008 problemlos mit Fracht versorgt.

Ewald zufolge arbeiten derzeit an Bord der ISS sechs Astronauten an verschiedenen Experimenten, als nächster Deutscher werde Alexander Gerst im Mai 2014 hochfliegen. Der Geophysiker werde vor über den Erdkern forschen. Um aktuelle Schwerpunkte der Raumfahrt und Berichte von ISS-Rückkehrern werde es Anfang Juli in Köln beim Weltkongress der internationalen Vereinigung alle geflogener Astronauten (Ase) gehen.

Diese Tagung „Bürger des Weltraums“ gilt als ein Höhepunkt der Luft- und Raumfahrt in diesem Jahr. Sie fällt zusammen mit dem Start einer neuen Forschungseinrichtung, der sogenannten Envihab, wie Ewald ankündigte. Was auf der ISS an biologischen und humanphysiologischen Erkenntnissen gesammelt werde, könne via Envihab auf der Erde auch mit Hilfe von Probanden angewendet werden. (dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 28.01.2013  13:10
aktualisiert: Mo, 28.01.2013  16:35
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