Archiv

Letztes Update am TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Web

Harlem Shake: Ansteckender als die Grippe

Ein Virus hat die Welt erfasst: Doof tanzen erfährt nach „Gangnam Style“ eine Steigerung. Und der „Harlem Shake“ lässt auch Tirol zappeln.

drucken

Innsbruck – Nach 30 Sekunden ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Zumindest auf Youtube. Drei pinke Häschen, ein Zwerg, ein Gorilla und der Tod auf einer Rodel. Das sind nur einige wenige der wilden Tänzer , die sich am Sonntag vor der Innsbrucker Annasäule zum „Harlem Shake“ zusammengefunden hatten. Und sie sind hierzulande nicht allein. Auch die Schwazer Feuerwehr wurde beispielsweise vom Fieber gepackt. Am 22. Feber stellten die Florianijünger ihr Video auf Youtube, am Montagabend lag der Clip bei mehr als 16.000 Klicks.Heute vormittag waren es bereits mehr als 22.000.

Unter dem Suchbegriff "Harlem Shake Tirol" listet Youtube weitere 38 Treffer auf. Geshakt wird vor der Schwazer Kirche oder auch am Gletscher. Weltweit grassiert das Tanzfieber im Web.

Begonnen hatte alles am 23. August 2012. Damals veröffentlichte der US-amerikanische Musikproduzent Harry Rodrigues unter seinem Künstlernamen Baauer´s den Heavy Bass Instrumental-Track „Harlem Shake“ auf Youtube . Wie so oft bei viralen Videos passierte erstmals nichts. Dann die explosionsartige´ Verbreitung des Internet-Phänomens - auch Meme genannt - im Februar 2013. Das erste Video stammt von dem Blogger „Filthy Frank“. Dieser „Harlem Shake“-Ur-Clip ist aber gar nicht einmal der Meistgesehene.

Zwei Wochen nach dieser Veröffentlichung gab es bereits 40.000 neue Youtube-Videos mit insgesamt mehr als 175 Millionen Klicks. Der „Harlem Shake“-Track ist mit mehr als 100 Millionen Streams einer der meistgehörten in den USA.

Der Hip-Hop-Tanzstil „Harlem Shake“ wurde ursprünglich in den 80er-Jahren in New York entwickelt. Von zentraler Bedeutung ist die Schulterbewegung, die Arme schlenkern locker mit. Die aktuelle Version hat allerdings teilweise nur sehr wenig mit den Ursprüngen zu tun.

DIY-Harlem Shake

Wer von dem aktuellen Web-Tanz-Hit tatsächlich noch nichts mitbekommen haben sollte, hier eine kurze Anleitung zum Nachmachen. Eine Person - vorzugsweise mit Helm - tanzt in einem Raum mit gleichgültig wirkenden Menschen. Ein „Jump Cut“ später - am besten wenn Baauer´s „Harlem Shake“ erklingt - tanzt die ganze Meute mit. Je bizarrer umso besser, Verkleidung bevorzugt. Stellt sich die Frage: schnell noch mittanzen oder vielleicht doch besser auf das nächste Katzenvideo warten?

Youtube-Trends-Manager Kevin Allocca selbst hat in seinem Report jedenfalls eine kleine Playlist seiner Top-Harlem-Shakes zusammengestellt. Und wer sich noch immer fragt, warum dieses Internet-Meme so unglaublich populär werden konnte, im Internet-Blog Techcrunch wurde das Ganze zur Wissenschaft erhoben, es gibt also auch eine Formel, um das Phänomen zu berechnen. Kein Grund zur Sorge also. Und meistens macht ein Virus ohnehin viel weniger Spaß. (sire)

drucken