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Earth Hour

Licht aus für eine Stunde - Earth Hour rund um den Erdball

Licht aus: In vielen Städten haben sich Menschen an der „Earth Hour“ beteiligt. Sehenswürdigkeiten versanken in der Nacht. Die Aktion soll daran erinnern, wie wichtig Klimaschutz ist.

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Innsbruck - Das Goldene Dachl in Innsbruck, die Niagara-Fälle, das Lichtermeer von Las Vegas und viele andere Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt sind am Samstagabend in Dunkelheit versunken. Als Zeichen für den Klimaschutz wurde eine Stunde lang die Beleuchtung gelöscht.

Rund um den Globus wollten sich - jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit - 7000 Städte in gut 150 Ländern an der Aktion „Earth Hour“ beteiligen, berichtete der Initiator, die Umweltstiftung WWF. In Tirol nahmen unter anderem Innsbruck, Kufstein und die Supermarktkette M-Preis daran teil.

Ob der Martinsturm in Bregenz, das Rathaus von St. Pölten, die Festung Hohensalzburg oder die Fassade vom Schloss Schönbrunn in Wien - alle Wahrzeichen der Städte verschwanden am Samstagabend in der Dunkelheit. Auch am Kreml gingen die Lichter aus. Das Empire State Building in New York und die Christus-Statue in Rio de Janeiro sollten ebenfalls eine Stunde lang unbeleuchtet bleiben. Die Vereinten Nationen unterstützen die Aktion.

Vielerorts gab es Info-Stände vor dunklen Sehenswürdigkeiten und Aktionen bei Kerzenschein. Eine der ersten Stationen der „Earth Hour“ war Sydney, wo es am Opernhaus und an der berühmten Hafenbrücke dunkel wurde, ebenso in zahlreichen Restaurants, Gebäuden, Privatwohnungen und Häusern. „Bei der Licht-Aus-Aktion geht es immer um ein Gefühl für Gemeinschaft“, sagte Organisator Andy Ridley. „Ein Kind in Peking kann sich daran beteiligen wie ein Kind in Rio. Sie merken, dass wir uns diesen Planeten teilen.“

Kurz nach Australien folgten Japan und China. In Tokio gingen unter anderem die Lichter des Tokio Tower aus, auch das Friedensdenkmal in Hiroshima zur Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe 1945 fiel in Dunkelheit.

In Peking wurde die Beleuchtung am Vogelnest getauften Stadion der Olympischen Spiele von 2008 ausgeschaltet, in Shanghai und in Hongkong waren die imposanten Skylines vorübergehend nicht illuminiert. In Singapur beobachteten Menschen auf einer Schwimmplattform den Start der Aktion.

Im Laufe des Tages folgten unter anderen der höchste Turm der Welt - der Burj Khalifa in Dubai, das Taj Mahal in Indien, der Moskauer Kreml, der Eiffelturm in Paris sowie der Buckingham Palace in London und später dann das Empire State Building in New York und die Christus-Statue in Rio de Janeiro.

Neu hinzu kamen in diesem Jahr unter anderem die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen und die David-Statue in Florenz. Außerdem nehmen in diesem Jahr erstmals Tunesien, Surinam, Ruanda und die Palästina an der „Earth Hour“ teil.

Einer der Kritiker ist Professor Bjørn Lomborg von der Copenhagen Business School. Er argumentiert, dass zwei Kerzen mehr CO2 produzieren als eine energiesparende Glühbirne.

„Mit einem Dinner bei Kerzenlicht die Probleme der Welt angehen - das ist vor allem attraktiv für die komfortable Elite, die bestens mit Strom versorgt ist“, schreibt er. Lomborg verweist zudem darauf, dass nicht etwa das Abschalten von Laptops oder Smartphones verlangt wird, was den Nutzern nach seiner Auffassung viel schwerer fallen würde.

Was 2007 in Australien begann hat sich mittlerweile zu einem jährlichen weltumspannenden Ereignis entwickelt. 2012 erreichte die Earth Hour knapp zwei Milliarden Menschen in 152 Ländern. Was mit zwei Millionen Teilnehmern in der australischen Millionenmetropole begonnen habe, sei zu einer „landesweiten und weltweiten Tradition“ geworden, sagte der Chef der australischen Sektion der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF), Dermot O‘Gorman. (dpa, tt.com)

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