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Eiszeit in Europa

Bauer Donald O‘Reillys Suche nach seinen Osterlämmern

Der Winter hält Ende März halb Europa fest in seinem eisigen Griff. In Nordirland begruben Schneemassen ganze Schafherden. Darunter viele Osterlämmer.

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Belfast – In halb Europa herrschen eisige Temperaturen und tiefster Winter. Von Frühling ist mancherorts noch längst keine Rede. Besonders schlimm hat der heftige Wintereinbruch der vergangenen Tage Nordirland getroffen.

Mit eisigen Ostwinden kehrte in Nordirland der Winter wieder zurück. Meterhoch türmen sich die Schneemassen. Bis zu fünf Meter Schnee wurden teilweise gemessen.

Unter dieser dicken Schneedecke sind Tausende Tiere eingeschneit. 10.000 Tiere seien betroffen, vermuten die Behörden. Viele davon, glauben die Bauern, seien gestorben. Betroffenen Farmern wie Donald O‘Reilly bleibt nichts anderes übrig, als selbst nach den Tieren zu graben. Denn die am stärksten betroffenen Gebiete sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Das Verteidigungsministerium stellte zwar Armeehubschrauber zur Verfügung, um die Suche nach den Tieren zu beschleunigen. Auch die Bergrettung war im Einsatz. Doch die Aufgabe ist zu groß, um allen rasch Hilfe zukommen zu lassen.

Lebensmittel und Medikamente per Helikopter

Außerdem müssen Nahrungsmittel wie Milch und Brot, Medikamente und sonstige lebensnotwendige Waren per Helikopter in die Region gebracht werden. Mensch vor Schaf heißt die Devise.

Insgesamt waren über 140.000 Haushalte ohne Strom. Teilweise fünf Tage in Folge. Und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Spätestens am Wochenende soll wieder schlechtes Wetter herrschen. Drei Menschen kamen in der Kälte bereits ums Leben. Es werden weiter Tote befürchtet.

Donald O‘Reilly gibt indes nicht auf. Mutig wühlt er sich durch die Schneemassen, zieht die geschwächten und unterkühlten Schafe heraus und bettet sie auf Stroh. Wenn sie noch leben. (tt.com)

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