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England

Von fünf Hunden zerfleischt: Ein Ort trauert um Jade Anderson (14)

Der Schock sitzt tief in Atherton in England. Am Dienstag wurde dort die 14-jährige Jade Anderson von fünf Hunden zerfleischt. Nun gedachten die Bürger des Ortes dem Opfer.

Atherton – Sie war „lebhaft“ und „klug“ sagen Familie und Freunde über Jade Anderson. „Sie war eine lebhafte Schülerin und hatte immer ein Lächeln im Gesicht“, stimmt ihr Lehrer überein. Das smarte Mädchen, es ist tot. Aus dem Leben gerissen von vermutlich fünf außer Kontrolle geratenen Hunden, die es in einem Haus in Atherton, Wigan, in England zerfleischt haben.

Am Montag war das Mädchen in einem Haus in dem sie nur zu Besuch gewesen war tot aufgefunden worden. Der leblose Körper der 14-Jährigen war übersät mit Bissspuren, die von der Polizei als „übereinstimmend mit einer Hundeattacke“ beschrieben wurden. „Die Tiere sind aggressiv und außer Kontrolle gewesen“, hieß es weiter. Bei den Hunden soll es sich um Staffordshire Bullterrier und Englische Doggen gehandelt haben, berichten englische Medien. Vier der Hunde wurden von bewaffneten Polizeibeamten vor Ort erschossen. Der fünfte Hund konnte eingefangen und in Sicherheitsverwahrung gebracht werden.

„Am Boden zerstört“

„Die Gedanken der ganzen Gemeinde sind bei ihrer Familie. Ihre Eltern und ihr ganzer Freundeskreis sind am Boden zerstört“, erklärte Mark Kenny von der Polizei von Manchester. „Wir unterstützen die Familie wo wir können. Aber wir müssen auch die für sie schmerzhaften Ermittlungen vorantreiben um herauszufinden, was wirklich geschehen ist.“

Kenny erklärte weiter, dass diese Untersuchungen in den kommenden Tagen mehr Klarheit bringen sollten. Man werde mit erhöhter Polizeipräsenz in der Gegend bleiben, damit besorgte Nachbarn sich sicher fühlen könnten.

Blumen und Stofftiere wurden von mitfühlenden Gemeindemitgliedern vor dem Haus niedergelegt, in dem Jade gestorben war. Karten mit berührenden Worten lagen daneben.

Am Mittwochabend kamen Gemeindemitglieder zusammen, um dem Opfer zu gedenken. Kerzen wurden angezündet. Papier-Laternen schwebten im Abendhimmel.

Debatte über Hunde und Hundehaltung

Gleichzeitig brach die unvermeidliche Debatte über Hunde und Hundehaltung aus. Ein Nachbar erklärte gegenüber dem Guardian, dass der Tod des Mädchens vermeidbar gewesen wäre. Jack Palmer schrieb auf Facebook: „Das ist echt tragisch, aber vermeidbar. Wir wohnen genau gegenüber. Es ist echt schlimm und ich kann nicht aufhören darüber nachzudenken. Die Hunde waren irre, das merkte man schon, wenn man an dem Haus vorbeilief.“

Ein weiteres Gemeindemitglied, Deanne Bamber (19), die selbst sechs Hunde besitzt erklärte hingegen. „Wir alle wussten, dass dort Hunde sind. Jedes Mal wenn man am Haus vorbeiging konnte man die Hunde bellen hören. Aber um fair zu bleiben: Die Hunde haben nie etwas getan, was mir Sorgen bereitet hätte.“ Dennoch habe ihr der Vorfall die Augen geöffnet. „Sie hätte nicht allein mit all diesen Hunden sein dürfen, nicht in ihrem Alter.“ (tt.com)