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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 29.03.2013

Ostern ist kälter als Weihnachten

Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee. Diese Bauernregel könnte sich heuer bestätigen.

Innsbruck – Die Schneewette, die ein österreichischer Fotohändler alljährlich seinen Kunden zu Weihnachten anbietet, hätte er heuer auf Ostern ausweiten können. Die Frage, die sich nicht nur die Meteorologen stellen, lautet: „Wird es am Ostersonntag schneien?“ Für Martin Puchegger vom Wetterdienst UBIMET stehen die bescheidenen Temperaturen fest, die werden am Ostersonntag nicht über die 6 Grad-Grenze klettern. „Zu Ostern ist es in jedem Fall kälter als zu Weihnachten“, so Puchegger. Da Ostern heuer so früh fällt, sei das derzeitige Wetter nicht außergewöhnlich für Tirol. „Schneefall und Kälte selbst Ende März sind nicht so ungewöhnlich, die winterlichen Wetterkapriolen der letzten Zeit sind allerdings schon beachtenswert. Vor allem im Osten“, sagt Puch­egger. Temperaturen im Flachland ganztags unter 0 Grad – so genannte Eistage – gibt es zu dieser Jahreszeit nur sehr selten.

In Tirol wird es im Laufe des Sonntags bis in die Täler herab schneien, informiert Georg Erlacher von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Innsbruck (ZAMG). Die Temperatur kann dabei sogar auf 2 Grad sinken. Am Ostermontag soll die Wolkendecke dann aufreißen. Ein Vergleich mit dem letzten warmen Weihnachtswetter: Am 24. Dezember 2012 kletterten die Temperaturen in Innsbruck auf 4,1 Grad. Am 25. Dezember stiegen sie sogar auf über 13 Grad.

Der März war heuer im Vergleich zum klimatologischen Mittel um 1,7 Grad Celsius zu kalt. Der Minusrekord wurde dabei in Tirol gemessen. Am 15. März hatte es dort -28 Grad Celsius. Ungewöhnlich war ein Plus der Niederschlagsmenge von 80 Prozent in Osttirol. (pla, sst)