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VP-Landesparteitag

Platter ortet bei „so manchem Mitbewerber reinen Hass gegen VP“

Wahlkampfauftakt bei der Tiroler VP: Beim 21. Landesparteitag am Samstag in der „Area 47“ wurde Landeshauptmann Günther Platter mit 98,3 Prozent der 418 Delegiertenstimmen als Parteichef wiedergewählt. Zuvor hatte er neuerlich vor „italienischen Verhältnissen“ gewarnt und den anderen Gruppierungen vorgeworfen, an einer Regierung ohne VP zu arbeiten.

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Von Anita Heubacher

Haiming – An die 2000 Mitglieder folgten am Samstag dem Ruf der ÖVP zum 21. Landesparteitag in die Veranstaltungshalle des Freizeitparks „Area 47“. Es staute sich bereits bei der Einfahrt ins Ötztal und auch in der Halle. Festzeltstimmung à la ÖVP. Da wurde geklotzt und nicht gekleckert. Vom Fankapperl bis zum riesigen Transparent das Konterfei des Landeshauptmannes war omnipräsent.

418 Delegierte stimmten ab, sieben Gegenstimmen und 98,3 Prozent lautete gegen Abend das Ergebnis für den Parteichef. 2009 hatte er bei seiner ersten Wahl 96 Prozent erhalten. Zu den Stellvertretern Platters wurden Klubobmann Josef Geisler mit 86,5 Prozent, Landesrätin Beate Palfrader mit 84,3 Prozent, Noch-Frauenbundchefin Sonja Ledl-Rossmann mit 84,3 Prozent und Wirtschaftsbundobmann Jürgen Bodenseer mit 70,8 Prozent gewählt.

In seiner rund einstündigen Rede attackierte Platter die politische Konkurrenz. Den langjährigen Regierungspartner bezeichnete er als „Umfaller-SPÖ“ und unter der neuen Parteiführung als „weniger verlässlich“. Die bürgerliche Liste „Vorwärts Tirol“ habe nur ein Programm, nämlich Rache. Auf einen möglichen Koalitionspartner wollte sich Platter nicht festlegen.

Die Botschaft an die ÖVP-Funktionäre war klar. „Wir oder sie.“ Alle Parteien hätten sich gegen die ÖVP eingeschworen. „Wir müssen zusammenrücken und zusammenhalten“, versuchte Platter zu mobilisieren. Um „Chaos“ zu vermeiden, müsse die ÖVP gestärkt aus der Landtagswahl hervorgehen.

Inhaltlich betonte Platter, dass man viel erreicht habe. Das Land stehe gut da. „Tirol, du bist ein starkes Land“ wurde dann auch zur Hymne umstilisiert und von Moderator Harry Prünster intoniert.

Die Agrarfrage versprach Platter innerhalb eines Jahres zu lösen. 70 Prozent der Fälle seien bereits erledigt. Die SPÖ und die Opposition habe ein verfassungswidriges Gesetz durchpeitschen wollen, dabei brauche es „für jedes Nasenbohrergesetz“ eine Begutachtungsphase.

Der Ausbau der Wasserkraft schreite voran. Der Landesenergieversorger Tiwag habe die großen Kraftwerksprojekte bereits eingereicht. „Wir brauchen den Konsens mit den Gemeinden, die an den Kraftwerken auch beteiligt werden sollen“, betonte Platter.

Ein dickes Lob für Tirols VP-Chef kam auch von der Bundesparteiobmann, Vizekanzler Michael Spindelegger. Tirol brauche eine starke Führung und Platter als Landeshauptmann. Im Herbst bei den Nationalratswahlen strebt die ÖVP einen „Kanzlerwechsel“ an.

Beim Nachhausefahren gab es keinen Stau, dafür aber für viele einen Strafzettel. „Das regelt die ÖVP Parteizentrale“. Schließlich sollte die „gute Stimmung“ erhalten bleiben.

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